Reiseführer · CampingSpirit
Von Avignon über die Sorgue-Quellen, die Ockerdörfer des Luberon und das Lavendelplateau von Valensole zum Grand Canyon du Verdon und über den Mont Ventoux zurück: rund 565 km Provence, bei denen Sie Brandstufe, Wasserstand und Fahrzeugbreite so ernst nehmen wie das Abendlicht.
Der Spirit der Route
Die Provence riecht nach Thymian, warmem Kiefernharz und – im Juli – nach Lavendel, der sich auf dem Plateau von Valensole in endlosen Reihen bis an den Horizont zieht. Morgens rauscht in Fontaine-de-Vaucluse grünes Wasser aus dem Fels, mittags flimmert die Luft über den Ockerbrüchen von Roussillon, die in Rot, Orange und Gelb leuchten. Dann bricht die Landschaft auf: Hinter Moustiers fällt der Verdon in eine Schlucht, deren Kalkwände bis zu 700 Meter tief abstürzen, Gänsegeier kreisen über den Belvederes, und unten schimmert der Fluss türkis. Aus der Schiebetür sehen Sie Bergdörfer auf Felsspornen, Zypressen vor Steinmauern und abends den kahlen Gipfel des Ventoux. Diese Route verlangt Planung: Im Hochsommer entscheiden Waldbrandstufen über Wanderwege, Wasser ist knapp, und die Straßen am Canyon sind schmal. Wer früh startet und offizielle Plätze nutzt, erlebt eine der dichtesten Landschaften Frankreichs.
Detaillierter Etappenplan (Tag für Tag)
1Etappe 1: Avignon nach Fontaine-de-Vaucluse (ca. 35 km)
- Die Strecke
- Aus Avignon auf der D900 nach Osten durch die Gemüseebene des Comtat, vorbei an Le Thor nach L’Isle-sur-la-Sorgue, dann auf der D25 an der Sorgue entlang ins enge Tal von Fontaine-de-Vaucluse. Flach und einfach, nur die Ortsdurchfahrten sind an Markttagen zäh. Gut 45 Minuten reine Fahrzeit.
- Highlights & Must-Sees
- Papstpalast und Pont Saint-Bénézet in Avignon – der beste Blick auf die Brücke und die Stadtmauer bietet sich vom Ufer der Île de la Barthelasse.
- L’Isle-sur-la-Sorgue: Wasserräder an den Sorgue-Armen, Wochenmarkt am Donnerstag und der große Markt mit Antiquitäten- und Trödelständen am Sonntag.
- Quelle der Sorgue in Fontaine-de-Vaucluse: kurzer Fußweg zum Felskessel, an dem eine der wasserreichsten Karstquellen Europas austritt – im Spätsommer liegt der Wasserspiegel tief im Schlund, nach Regen im Frühjahr läuft der Kessel über.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: In Avignon: Camping du Pont d’Avignon auf der Île de la Barthelasse, zu Fuß über die Brücke ins Zentrum, mit Strom, Sanitär und Ver- und Entsorgung; daneben liegt Camping Bagatelle. In Fontaine-de-Vaucluse betreibt Camping-Car Park eine Aire am Ortsrand (gut 20 Plätze) mit Strom, Wasser und Entsorgung, Zugang per Karte. Als klassischer Campingplatz bietet sich Camping La Coutelière an der D24 zwischen Lagnes und Fontaine an; Saison vorab prüfen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Im Sorgue-Tal und an den Parkplätzen in Fontaine-de-Vaucluse zeigen Schilder nachts meist ein Camper-Verbot; die Gemeinden lenken Wohnmobile bewusst auf die gebührenpflichtigen Aires. Parken mit Übernachtung ist in Frankreich nur dort zulässig, wo Parken nicht per arrêté eingeschränkt ist – und auch dann ohne Campingverhalten.
- Insider-Tipp für Camper
- Für Avignon das Wohnmobil auf dem Campingplatz auf der Barthelasse lassen: Die Parkhäuser innerhalb und am Rand der Stadtmauer haben Höhenbegrenzungen, die Altstadtgassen sind eng. Während des Festivals im Juli sind Plätze knapp – reservieren. Sonntags L’Isle-sur-la-Sorgue nur vor 9 Uhr durchqueren oder den Markt zu Fuß vom Campingplatz La Sorguette am östlichen Ortsrand ansteuern.
2Etappe 2: Fontaine-de-Vaucluse nach Roussillon (über Gordes und Sénanque) (ca. 35 km)
- Die Strecke
- Über Cabrières-d’Avignon auf die Hochfläche am Fuß der Monts de Vaucluse nach Gordes, von dort auf der D177 nordwärts hinunter ins Tal der Abtei Sénanque und zurück, dann über die D2 und D102 nach Roussillon. Die Zufahrt nach Sénanque ist schmal, kurvig und nur stellenweise mit Ausweichen; in der Saison kommen Reisebusse entgegen. Reine Fahrzeit etwa eine Stunde.
- Highlights & Must-Sees
- Gordes: das Dorf auf dem Felssporn vom Aussichtspunkt an der D15 kurz vor der Ortseinfahrt, dazu das Village des Bories mit Trockensteinhütten südwestlich des Orts.
- Abbaye Notre-Dame de Sénanque: Zisterzienserabtei im Taleinschnitt, davor das Lavendelfeld, das meist von Ende Juni bis Mitte Juli blüht; Besichtigung nur zu den angegebenen Zeiten, schlichte Kleidung erwartet.
- Sentier des Ocres in Roussillon: rund 30 bis 50 Minuten durch die ehemaligen Ockerbrüche – Schuhe, die rot werden dürfen.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Camping L’Arc en Ciel liegt im Kiefernwald zwischen Roussillon und Goult, mit Sanitär und Stromanschlüssen, saisonal geöffnet. Alternativen: der Campingplatz Camping des Sources in Gordes oder die Camping-Car-Park-Aire am Stadtrand von Apt (Etappe 3) mit Strom und V/E. In Gordes gibt es eine gebührenpflichtige Aire municipale an der D15 hinter dem Polizeiposten, rund 500 m vom Dorf: ein gemischter, abschüssiger Parkplatz, den auch Pkw nutzen, mit Wasser gegen Gebühr und Entsorgung, ohne Strom; die Gebühr gilt pro 24 Stunden, auch für kurze Besuche.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Gordes und Roussillon gehören zu den meistbesuchten Dörfern der Provence; Wohnmobile werden auf eigens ausgeschilderte, gebührenpflichtige Parkflächen gelenkt, Übernachten außerhalb davon ist nicht gern gesehen und wird kontrolliert. Auf Wald- und Brandschutzpisten (DFCI) in Luberon und Monts de Vaucluse ist das Fahren und Halten mit Motorfahrzeugen im Sommer zusätzlich verboten.
- Insider-Tipp für Camper
- Sénanque morgens vor 9 Uhr oder am späten Nachmittag anfahren, wenn die Busse weg sind; größere Mobile auf dem Abteiparkplatz nur stehen lassen, wenn noch Platz ist, sonst in Gordes parken und die gut vier Kilometer laufen. Bei Brandgefahr „très sévère“ sind im Vaucluse die Waldmassive den ganzen Tag gesperrt, offen bleiben nur Orte mit Ausnahmegenehmigung – ob der Sentier des Ocres dazugehört, zeigt die Zugangskarte der Präfektur, die am Vorabend für den nächsten Tag erscheint.
3Etappe 3: Roussillon nach Forcalquier (über Apt und Rustrel) (ca. 70 km)
- Die Strecke
- Kurz über die D104 und D900 nach Apt, Abstecher auf der D22 nach Rustrel zum Colorado provençal und zurück, dann auf der gut ausgebauten D900 durch das Calavon-Tal ostwärts, über Céreste in die Alpes-de-Haute-Provence und hinauf nach Forcalquier. Breite Straßen, wenig Kurven, etwa 1,5 Stunden.
- Highlights & Must-Sees
- Samstagsmarkt in Apt, einer der großen Wochenmärkte des Luberon, mit kandierten Früchten aus den örtlichen Confiserien.
- Colorado provençal bei Rustrel: Rundwege zwischen Ockerkaminen und Sandsteinbuchten; bei hoher Brandgefahr nur zugänglich, wenn er auf der Zugangskarte der Präfektur als offen ausgewiesen ist.
- Forcalquier: Aufstieg zur Zitadelle mit der Chapelle Notre-Dame-de-Provence und Blick über die Lure bis zum Ventoux; Wochenmarkt am Montag.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Camping Les Routes de Provence am Ortsrand von Forcalquier, nahe dem Zentrum, oder Camping Les Lauzons nordwestlich der Stadt. Die Gemeinde hat außerdem eine Aire municipale beim Espace culturel Bonne Fontaine mit Wasser und Entsorgung. In Apt steht die Camping-Car-Park-Aire „Apt Lumière Luberon“ (rund 20 Plätze) mit Strom und V/E zur Verfügung.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Wildes Campen ist im Luberon in Wäldern und auf fremdem Grund ohne Erlaubnis nicht gestattet, und in der Brandsaison sind Biwaks in den Waldmassiven des Vaucluse ausgeschlossen. Am Parkplatz des Colorado provençal ist Übernachten nicht vorgesehen. Wer frei stehen möchte, findet in den Netzwerken von Winzern und Höfen, die Mitglieder für eine Nacht aufnehmen (etwa France Passion), eine legale Alternative.
- Insider-Tipp für Camper
- Die D943 durch die Combe de Lourmarin und die Pisten über den Grand Luberon sind für einen Abstecher verlockend, aber im Sommer bei hoher Brandstufe zum Wandern teils gesperrt; die Piste Vidauque – Trou du Rat im Petit Luberon ist im Sommer per Präfekturerlass für Motorfahrzeuge gesperrt. In Apt am großen Supermarkt am Ortsausgang tanken – auf dem Plateau und im Verdon wird es teurer und dünner.
4Etappe 4: Forcalquier nach Moustiers-Sainte-Marie (über Valensole) (ca. 80 km)
- Die Strecke
- Über Mane und die D4100 hinunter nach Manosque, über die Durance und auf der D6 hinauf aufs Plateau von Valensole. Von Valensole weiter auf der D6 nach Riez, dann über die D952 nach Moustiers – oder durch die Lavendelfelder auf der D8 über Puimoisson. Weite, gerade Plateaustraßen mit Feldwegen links und rechts, gegen Ende ansteigend zum Fuß der Felswand von Moustiers. Knapp 2 Stunden ohne Fotostopps.
- Highlights & Must-Sees
- Prieuré de Salagon bei Mane: romanische Priorei mit ethnobotanischen Gärten zu Heil- und Duftpflanzen der Haute-Provence.
- Lavendel- und Lavandinfelder zwischen Valensole, Riez und Puimoisson: Blüte meist von Mitte/Ende Juni bis Mitte Juli, Ernte ab etwa Mitte Juli – danach bleiben nur gemähte Reihen; dazwischen Getreide und Sonnenblumen.
- Riez mit den vier antiken Säulen eines römischen Tempels am Ortsrand.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: In Moustiers die Camping-Car-Park-Aire unterhalb des Dorfs (gut 20 Plätze, Wasser, Entsorgung) und mehrere Campingplätze in Gehweite, etwa Camping Saint-Jean und Camping Manaysse, beide mit Sanitär und Strom, Saison etwa Frühjahr bis Herbst. Mitten im Lavendel liegt die große Camping-Car-Park-Aire von Puimoisson mit Strom und V/E – eine gute Basis für Fotos im Morgenlicht.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Die Felder sind Privatbesitz und Arbeitsfläche: nicht zwischen die Reihen treten, nicht pflücken, keine Wohnmobile auf Feldwege stellen. Viele Feldzufahrten und Parkbuchten am Plateau tragen in der Blütezeit Halteverbote. Übernachten nur auf den Aires in Puimoisson, Riez (kleine Aire am Ortsrand) oder Moustiers.
- Insider-Tipp für Camper
- Lavendel fotografieren Sie am besten vor 9 Uhr, wenn die Busse noch nicht da sind und die Bienen träge sind – in der Mittagshitze sind die Felder voll. Für die Felswand von Moustiers die Parkplätze am Ortsrand nutzen; das Dorf ist für Wohnmobile nicht befahrbar und in der Saison sind die Parkplätze gebührenpflichtig. In Valensole oder Riez Wasser auffüllen, bevor es in den Verdon geht.
5Etappe 5: Moustiers-Sainte-Marie nach La Palud-sur-Verdon (Route des Crêtes) (ca. 45 km)
- Die Strecke
- Auf der D952 über den Col d’Ayen nach La Palud-sur-Verdon, eine kurvige, stellenweise schmale Straße mit Felsüberhängen und wenigen Haltebuchten. Von La Palud aus die Route des Crêtes (D23) als Schleife von 22 bis 24 km im Uhrzeigersinn: Zwischen Jas d’Aire und La Maline ist sie Einbahnstraße, die Richtung ist ab La Palud ausgeschildert. Mit Stopps an den Belvederes ein halber Tag.
- Highlights & Must-Sees
- Notre-Dame-de-Beauvoir in Moustiers: Treppenweg zur Kapelle unter dem Stern, der an einer Kette zwischen den Felsen hängt.
- Belvédères der Route des Crêtes wie Trescaïre, Escalès und Dent d’Aire, mit Blick in den bis zu 700 m tiefen Canyon; Gänsegeier kreisen oft auf Augenhöhe.
- Point Sublime und Couloir Samson östlich von La Palud, Einstieg in den Sentier Blanc-Martel.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Camping municipal Le Grand Canyon am Ortsrand von La Palud, mit Strom, Sanitär und Entsorgung, Saison etwa Frühjahr bis Herbst. Kleinere Höfe und Naturplätze rund um La Palud bieten einfache Stellflächen, oft ohne V/E. Ab Oktober schließen viele Plätze – vorher prüfen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Der Verdon liegt im Parc naturel régional du Verdon, die Schlucht ist Site classé: Wildcampen ist verboten, und an den Belvederes der Route des Crêtes ist Übernachten nicht vorgesehen. Feuer, Grillen und Rauchen in und am Wald sind im Sommer tabu.
- Insider-Tipp für Camper
- Auf der Route des Crêtes gilt eine Durchfahrtshöhe von 3,60 m an den Seiten und 4,30 m in der Mitte (überwölbte Tunnel); für die Canyonstraßen werden allgemein rund 4,30 m Höhe und 12 m Länge als Obergrenze genannt. Der Mittelabschnitt vom Belvédère du Pas de Baou bis zum Chalet de la Maline ist im Winter gesperrt – laut Tourismusamt vom vierten Freitag im November bis zum vierten Freitag im März, für 2026/27 wird teils schon der 22. November als Beginn genannt; die übrigen Belvederes bleiben ganzjährig erreichbar. Hochdächer langsam in Fahrbahnmitte durch die Tunnel, an den Belvederes nur auf ausgewiesenen Parkbuchten halten.
6Etappe 6: La Palud-sur-Verdon nach Sainte-Croix-du-Verdon (Corniche Sublime) (ca. 75 km)
- Die Strecke
- Auf der D952 ostwärts am Point Sublime vorbei zum Pont de Soleils, auf der D955 südwärts und über die D90 auf die Corniche Sublime (D71) am Südrand der Schlucht: Balcons de la Mescla, Pont de l’Artuby, Cirque de Vaumale, dann hinunter nach Aiguines und am Lac de Sainte-Croix entlang über Les Salles-sur-Verdon nach Sainte-Croix. Die D71 ist die anspruchsvollste Straße der Route: schmal, viele unübersichtliche Kurven, Felsüberhänge auf der Bergseite, kaum Ausweichstellen. Mindestens 2,5 Stunden ohne Pausen.
- Highlights & Must-Sees
- Balcons de la Mescla: Blick auf den Zusammenfluss von Verdon und Artuby tief unten.
- Pont de l’Artuby: Bogenbrücke über die Artuby-Schlucht, Parkplätze an beiden Enden.
- Aiguines mit dem Schloss mit glasierten Ziegeltürmchen und Blick über den Lac de Sainte-Croix.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: In Sainte-Croix-du-Verdon der Camping municipal Les Roches direkt am See unterhalb des Dorfs, mit Strom, Sanitär und Entsorgung, und darüber die Camping-Car-Park-Aire „Panoramique“ (rund 35 Plätze) mit Strom und Entsorgung. Am Südufer bei Aiguines gibt es mehrere Campingplätze, etwa Camping de l’Aigle. Der große Platz Le Galetas an der Brücke samt seiner Wohnmobilfläche ist derzeit geschlossen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Am Lac de Sainte-Croix untersagen Gemeinde-arrêtés das Abstellen von Wohnmobilen nachts an fast allen Uferparkplätzen und Badestellen; die Gendarmerie kontrolliert im Sommer. Keine Lösung: die Parkbuchten an der Corniche Sublime.
- Insider-Tipp für Camper
- Die Corniche Sublime möglichst vor 10 Uhr fahren, bevor Ausflugsverkehr und Radgruppen unterwegs sind, und an engen Stellen frühzeitig in Ausweichen warten. Vor Ort beschilderte Gewichts-, Breiten- oder Längenlimits haben Vorrang vor jeder Karten-App; mit großen Mobilen über rund 7 m oder mit Wohnwagen ist die Strecke nur mit Routine und Geduld ratsam. Eine feste Wintersperre hat die D71 nicht, bei Schnee, Eis oder nach Felsstürzen wird sie aber gesperrt (zuletzt im Sommer 2026) – aktuelle Lage beim Département Var prüfen. Ver- und Entsorgung auch an der Aire de services beim Supermarkt in Les Salles-sur-Verdon.
7Etappe 7: Sainte-Croix-du-Verdon nach Sault (ca. 130 km)
- Die Strecke
- Über Riez und Valensole zurück zur Durance bei Manosque, auf der D4100 nach Forcalquier und auf der D950 über Banon auf das Plateau d’Albion nach Sault. Erst Plateau, dann Mittelgebirge mit ruhigen, gut ausgebauten Landstraßen und wenig Verkehr. Rund 2,5 Stunden; wer es eilig hat, kürzt über die A51 ab.
- Highlights & Must-Sees
- Morgenlicht über dem Plateau von Valensole – zweite Chance für Lavendelfotos.
- Banon: Altdorf über der Ebene, bekannt für den in Kastanienblätter gewickelten Ziegenkäse.
- Sault: Lavendelfelder auf dem Plateau rund um den Ort, Blick auf die Nordostflanke des Ventoux, Nougat aus den örtlichen Confiserien.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Camping-Car-Park-Aire in Sault am Ortsrand (knapp 20 Plätze, Wasser, Entsorgung) oder Camping Provence Ventoux etwas außerhalb, mit Sanitär und Strom. Beide Saison- bzw. Öffnungszeiten vorab prüfen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Auf dem Plateau d’Albion stehen die Lavendelfelder ebenso unter privater Nutzung wie in Valensole; Feldwege sind keine Übernachtungsplätze. Der Ventoux ist Biosphärenreservat und Waldmassiv im Sinne der Brandschutzregeln.
- Insider-Tipp für Camper
- Bei Valensole oder Manosque noch einmal volltanken und Wasser auffüllen – zwischen Banon und Sault sind Tankstellen rar. Auf der A51 gilt geschlossenes Mautsystem mit Ticket; Bezahlung an der Station per Karte oder Mautbox.
8Etappe 8: Sault nach Avignon (über den Mont Ventoux) (ca. 95 km)
- Die Strecke
- Auf der D164 durch Wald und Lavendel hinauf zum Chalet Reynard, dann auf der D974 durch die Geröllwüste zum Gipfel (1.910 m) und auf der Südseite hinunter nach Bédoin; über Carpentras zurück nach Avignon. Ab Chalet Reynard steil, schmal und voller Radfahrer; die Abfahrt nach Bédoin ist lang und stetig. Etwa 2,5 Stunden. Ohne Ventoux geht es über Venasque und Carpentras direkt nach Avignon.
- Highlights & Must-Sees
- Gipfel des Mont Ventoux mit Rundblick über Alpen, Rhône-Tal und an klaren Tagen bis zum Mittelmeer.
- Gedenkstein für den Radprofi Tom Simpson kurz unterhalb des Gipfels.
- Markt in Carpentras am Freitagvormittag.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: In Bédoin die Camping-Car-Park-Aire „Mont Ventoux“ mit Strom und V/E sowie Camping municipal La Pinède; in Malaucène, auf der Nordseite, eine weitere Camping-Car-Park-Aire und Camping Le Bosquet. Zurück in Avignon wieder auf der Barthelasse.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Am Gipfel und am Chalet Reynard ist Übernachten nicht vorgesehen, der Wind kann nachts Sturmstärke erreichen. Von den täglichen Massivsperren im Vaucluse ist der Ventoux bislang ausgenommen, Rauch- und Feuerverbot gelten aber auch hier.
- Insider-Tipp für Camper
- Die Gipfelstraße D974 ist im Winterhalbjahr oberhalb von Chalet Reynard und Mont Serein gesperrt (meist ab Mitte November, Südseite bis etwa April, Nordseite oft bis Mai, je nach Schnee); die beiden Stationen bleiben erreichbar. Bei Radveranstaltungen wird sie außerdem zeitweise für den Verkehr geschlossen. Bergab im zweiten oder dritten Gang, Radfahrer nur mit 1,5 m Abstand überholen (außerorts in Frankreich Pflicht). Oben ist es auch im Juli oft 10 bis 15 Grad kälter als im Tal.
Camping-Praxis & Länder-Knigge
Wildcamping & Freistehen
- Frankreich unterscheidet „stationnement“ und „camping“: Ein Wohnmobil gilt nach dem Code de la route als Fahrzeug und darf dort parken – auch mit Übernachtung –, wo Parken erlaubt ist. Camping beginnt, wenn Sie Stützen ausfahren, Markise, Tisch oder Stühle aufstellen, Keile unterlegen oder Abwasser ablassen; das ist außerhalb von Campingplätzen nicht zulässig.
- Bürgermeister dürfen das Parken per arrêté municipal regeln; in der Provence sind nächtliche Camper-Verbote an Ufern, Dorfrändern und Aussichtspunkten verbreitet, ebenso Höhenbalken. Wildcampen ist in Sites classés wie der Verdonschlucht und im Umkreis von Trinkwasserfassungen verboten; in den Naturparks Luberon und Verdon ist es in Wäldern und auf fremdem Grund ohne Erlaubnis ebenfalls nicht gestattet.
- Waldbrand: In der Sommersaison regeln Präfekturerlasse jedes Departements den Zugang zu den Waldmassiven, die Stufe für den nächsten Tag wird am Vorabend veröffentlicht. Im Vaucluse sind bei Gefahr „très sévère“ alle Massive ganztägig gesperrt, offen bleiben nur Orte mit Ausnahmegenehmigung (der Ventoux ist von der Regelung ausgenommen). Im Var (Südufer des Verdon) gilt eine Farbskala: bei „orange“ ist der Zugang abgeraten, bei „rouge“ außerhalb ausgewiesener Zonen verboten, bei „noir“ in allen Massiven verboten; die Karte wird um 18 Uhr aktualisiert. Die Alpes-de-Haute-Provence haben eine eigene Skala. Aktuelle Karten für alle drei Departements unter risque-prevention-incendie.fr. Rauchen und Feuer im und am Wald sind im Sommer verboten, ebenso Fahren und schon kurzes Halten auf Brandschutzpisten (DFCI).
- Legal übernachten Sie auf Campingplätzen, auf den „aires de camping-car“ der Gemeinden und privater Ketten sowie bei Winzern und Höfen über Mitgliedsnetzwerke wie France Passion. Nützliche Apps: park4night, Campercontact, CamperStop sowie die App des jeweiligen Aire-Betreibers für Zugangskarten.
Entsorgung & Versorgung
- Ver- und Entsorgung heißt „borne“ oder „aire de services“; verbreitet sind Automaten der Marken Euro-Relais, Flot Bleu und Urbaflux, oft mit Jetons, Münzen oder Karte. Viele Aires in Supermärkten haben kostenlose oder günstige Stationen.
- Wasserknappheit: Im Sommer 2026 galt im Vaucluse zeitweise „alerte renforcée“, auch in den Nachbardepartements schränkten Sécheresse-Erlasse die Wassernutzung ein. Trinkwasser für Fahrzeugtanks ist meist weiter erhältlich, aber Schläuche können abgeschaltet oder Zapfmengen begrenzt sein. Sparsam duschen, Tank bei jeder Gelegenheit füllen, nie Fahrzeuge an Brunnen waschen.
- Grauwasser und Kassette ausschließlich an Stationen entleeren; wer auf Parkplätzen oder in Gräben entsorgt, riskiert Bußgeld und trägt zu neuen Camperverboten bei.
- Gas: Deutsche Tauschflaschen werden nicht getauscht, französische Flaschen (Butagaz, Antargaz, Primagaz) haben eigene Anschlüsse. Tankflaschen und Gastanks befüllen Sie an GPL-Tankstellen; in Frankreich ist meist der Dish-Adapter nötig – komplettes Adapterset mitnehmen.
Fahrzeugmaße & Verkehrsregeln
- Tempolimits: Wohnmobile bis 3,5 t wie Pkw – Autobahn 130 km/h (bei Regen 110), Schnellstraße 110 (100), Landstraße 80 km/h, in einigen Departements auf ausgewählten Abschnitten wieder 90 km/h (beschildert), innerorts 50. Wohnmobile über 3,5 t: Autobahn 110, Schnellstraßen mit getrennten Fahrbahnen 100, übrige Landstraßen 80 km/h. Gespanne mit mehr als 3,5 t zulässiger Gesamtmasse (Zugfahrzeug plus Anhänger): Autobahn und Schnellstraßen mit getrennten Fahrbahnen 90, übrige Landstraßen 80 km/h; Gespanne bis 3,5 t fahren wie Pkw.
- Fahrzeuge über 3,5 t, auch Wohnmobile, müssen seit 2021 seitlich und hinten die Aufkleber „Angles morts“ zum toten Winkel tragen; ohne sie droht ein Bußgeld von 135 € (Ordnungswidrigkeit 4. Klasse).
- Umweltzonen (ZFE): Der Conseil constitutionnel hat am 21. Mai 2026 die geplante Abschaffung der ZFE gekippt, die Zonen bestehen weiter. Auf dieser Route lagen zuletzt keine Fahrverbotszonen, in Marseille, Toulon oder Nizza gelten eigene Regeln – Stand vorab prüfen. Die Crit’Air-Plakette (nur über certificat-air.gouv.fr bestellen) ist auch für ausländische Fahrzeuge Pflicht in ZFE und bei Smogalarm mit „circulation différenciée“.
- Maut: A7 und A51 haben geschlossene Mautsysteme mit Ticket. Wohnmobile mit zwei Achsen, über 2 und unter 3 m Höhe und höchstens 3,5 t fahren in Klasse 2; ab 3 m Höhe gilt Klasse 3 – auch bei höchstens 3,5 t –, ebenso über 3,5 t. Auf Flux-libre-Strecken ohne Schranken (etwa A13/A14 in der Normandie, A79 im Allier) zahlen Sie per Kennzeichenerfassung online, innerhalb der vorgegebenen Frist, oder automatisch per Mautbox.
- Promillegrenze 0,5 (Fahranfänger 0,2); Handy am Ohr und Kopfhörer am Steuer sind verboten. Warndreieck und Warnweste sind Pflicht. Fahrräder auf dem Heckträger dürfen Kennzeichen und Leuchten nicht verdecken, sonst Kennzeichen und Leuchtenträger wiederholen.
- Am Canyon werden allgemein rund 4,30 m Höhe und 12 m Länge als Obergrenze genannt, auf der Route des Crêtes gelten 3,60 m Höhe an den Seiten und 4,30 m in der Mitte; vor Ort beschilderte Limits haben Vorrang.
CampingSpirit Pack- & Vorbereitungs-Checkliste
- Auffahrkeile Stufe 2–3 – die Aires von Gordes, Moustiers und Sainte-Croix sind abschüssig; Keile aber nur auf Aires und Campingplätzen nutzen.
- Großer Wasserkanister (10–20 l) mit Füllschlauch und Adaptern für verschiedene Hahngewinde – im Sommer sind Bornes abgeschaltet oder überlaufen.
- Aufkleber „Angles morts“ für Mobile über 3,5 t und Crit’Air-Plakette, rechtzeitig vor der Reise bestellt.
- Gasadapter-Set mit Dish-Anschluss und zwei volle Flaschen bei der Einreise.
- Fernglas für die Gänsegeier am Verdon und eine Windjacke für den Ventoux-Gipfel.
- Trittfeste Wanderschuhe und Stirnlampe für Blanc-Martel und Ockerpfade; Kleidung, die rote Ockerflecken verträgt.
Stand: 2026-09. Sperrungen, Gebühren und Buchungsregeln ändern sich: Prüfe vor der Abfahrt die offiziellen Quellen.