Reiseführer · CampingSpirit
3.900 Kilometer Americana: Leuchtreklamen, Kornspeicher und Wüstenpisten – in drei Wochen quer über den Kontinent bis zum Pazifik.
Der Spirit der Route
Die Route 66 ist keine Straße, sie ist ein Flickenteppich. Mal rollen Sie auf originalem Betonband, dessen Dehnfugen im Takt unter den Reifen klopfen, mal verschwindet die alte Trasse unter der Interstate und taucht zwei Ausfahrten später als Frontage Road wieder auf. Aus der Schiebetür sehen Sie Maisfelder in Illinois, rote Erde in Oklahoma und Windräder über dem Texas Panhandle, in New Mexico Tafelberge und Pueblo-Dörfer, in Arizona Ponderosa-Wälder und am Ende die Mojave mit ihren Joshua Trees. Dazwischen stehen verrostete Tankstellen, Motels mit Neonlicht und Diner, in denen der Kaffee nachgeschenkt wird, ohne dass Sie fragen. 2026 wird die Straße 100 Jahre alt, die Fernstraße wurde am 11. November 1926 offiziell eingerichtet; das heißt mehr Feste, aber auch mehr Betrieb an den bekannten Stationen. Wer diese Route fährt, fährt langsam, hält oft und hört zu: den Menschen in Seligman, Tucumcari und Galena, die die Mother Road am Leben halten.
Detaillierter Etappenplan (Tag für Tag)
1Etappe 1: Chicago nach Springfield, Illinois (ca. 320 km)
- Die Strecke
- Vom „Begin Route 66“-Schild in der Adams Street nahe dem Art Institute geht es durch die Vorstädte nach Joliet und von dort auf der alten Trasse, die meist als Frontage Road, County Road oder Ortsdurchfahrt neben der I-55 verläuft, durch Wilmington, Pontiac, Bloomington und Lincoln. Das Land ist völlig flach, die Straße überwiegend zweispurig mit 25 bis 55 mph (40–90 km/h), dazu kommen Ampeln, Bahnübergänge und wechselnde Beschilderung: Ohne Streckenführer oder Route-66-Layer in der Karten-App verpasst man Abzweige. Reine Fahrzeit etwa 4 bis 4,5 Stunden, mit Stopps ein voller Tag. Tankstellen und Supermärkte gibt es in jeder Stadt, der schwierigste Teil ist der Stadtverkehr zu Beginn.
- Highlights & Must-Sees
- Gemini Giant in Wilmington: die rund 6 m hohe Fiberglasfigur mit Raumfahrerhelm und Rakete aus den 1960er-Jahren vor dem ehemaligen Launching Pad Drive-In. Zum Fotografieren reichen 15 Minuten, ob das Lokal dahinter gerade geöffnet hat, vorher prüfen.
- Pontiac mit der Route 66 Hall of Fame & Museum und den Wandbildern in der Innenstadt, etwa 1 bis 1,5 Stunden. Ein paar Kilometer weiter steht in Odell die restaurierte Standard-Oil-Tankstelle von 1932 als Kulisse und Infopunkt, die Öffnungszeiten sind saisonal und kurz.
- Springfield mit dem Lincoln Home National Historic Site (Eintritt frei, Führungen nach Zeitfenster am Besucherzentrum, 1 bis 1,5 Stunden) und dem Cozy Dog Drive In von 1946, wo der Corn Dog am Stiel erfunden worden sein soll. Das Lincoln-Grab im Oak Ridge Cemetery kostet nichts und liegt zehn Autominuten nördlich.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Kankakee River State Park bei Bourbonnais (Illinois Department of Natural Resources): Der Potawatomi Campground hat 110 Plätze mit Strom und Duschen, der Chippewa Campground 98 einfachere Plätze, teils nur mit Strom. Buchung über ExploreMoreIL, Mindestalter zum Mieten 18 Jahre; Feuerholz darf wegen des Eschenprachtkäfers weder ein- noch ausgeführt werden, und zur Bezahlung verlangt die Parkseite Bargeld, das vor Ort prüfen. Bei Springfield liegt das Campgelände am Lincoln’s New Salem State Historic Site bei Petersburg, rund 30 Minuten nordwestlich; Stand und Ausstattung vorher prüfen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): In Illinois gibt es praktisch kein öffentliches Land zum Freistehen; die Staatsparks erlauben Übernachten nur auf ausgewiesenen Plätzen. Einzelne Walmart-Filialen dulden eine Nacht, die Entscheidung trifft der Filialleiter, also vorher fragen. An den Raststätten der I-55 ist das Parken zeitlich begrenzt, Schilder lesen.
- Insider-Tipp für Camper
- Die Illinois Tollway ist bargeldlos: Ohne I-PASS oder E-ZPass lässt sich binnen 14 Tagen nach der Fahrt online per „Pay By Plate“ mit Kreditkarte zum Bartarif bezahlen, sonst kommt eine Rechnung, bei Mietfahrzeugen oft über den Vermieter mit Gebühr. Die alte 66 ist mautfrei und für diese Etappe ohnehin die bessere Wahl. In Chicago früh starten, das Zentrum meiden und unter den Brücken von Lake Shore Drive und den Boulevards auf niedrige Durchfahrtshöhen achten; viele fahren mit dem Camper erst ab einem Vorort los und besuchen die Innenstadt mit der Bahn.
2Etappe 2: Springfield, Illinois nach Cuba, Missouri (ca. 300 km)
- Die Strecke
- Durch Kleinstädte wie Litchfield und Mount Olive hinunter an den Mississippi, dann über die I-270 oder durch die Stadt selbst um St. Louis herum; hinter dem Fluss beginnen die bewaldeten Ozark-Hügel mit den ersten Kurven und Steigungen entlang der I-44. Der Verkehr rund um St. Louis und die vielen Baustellen sind der Engpass, ansonsten ist die Etappe einfach: etwa 4 Stunden reine Fahrzeit. Der Zeitunterschied zu Illinois ist null, beide Staaten liegen in der Central Time.
- Highlights & Must-Sees
- Chain of Rocks Bridge über den Mississippi: die alte Route-66-Brücke mit dem 22-Grad-Knick in der Mitte, etwa 1,6 km lang und nur zu Fuß oder mit dem Rad befahrbar. Parken auf der Missouri-Seite, hin und zurück etwa 45 Minuten.
- Gateway Arch National Park in St. Louis: Die Kapselbahn zur Spitze des 192 m hohen Bogens dauert samt Wartezeit 45 bis 60 Minuten, die Tickets kosten je nach Datum rund 15 bis 19 US-Dollar für Erwachsene. Vorab online Zeitfenster buchen, an vollen Tagen sind Fahrten ausverkauft; Museum und Besucherzentrum darunter sind kostenlos.
- Cuba, die „Route 66 Mural City“ mit mehr als einem Dutzend Wandbildern, und unterwegs der 42 Fuß hohe Schaukelstuhl am Fanning 66 Outpost. Etwa eine Stunde reicht; Ted Drewes Frozen Custard an der Chippewa Street in St. Louis liegt als Eisdiele direkt an der alten Trasse.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Onondaga Cave State Park bei Leasburg am Meramec River, rund 15 Minuten von Cuba: Plätze mit und ohne Strom/Wasser, Dump Station und Wasch- und Duschhaus (Duschen April bis Oktober), Reservierung bis zu 12 Monate im Voraus über die Missouri State Parks. Die Höhle lässt sich mit Führung besichtigen. Alternative ist der Meramec State Park bei Sullivan, etwa 30 Minuten östlich von Cuba, ebenfalls mit Strom und Duschen; Ausstattung und Öffnungszeiten vorher prüfen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Im Mark Twain National Forest südlich der Route ist Dispersed Camping an Forststraßen meist erlaubt, üblich ist eine Höchstdauer von 14 Tagen, Zufahrten können für lange Wohnmobile eng und schlammig sein. Campingverbote und Feuerregeln der Ranger District vorher prüfen.
- Insider-Tipp für Camper
- In der Innenstadt von St. Louis sind Parkplätze für Wohnmobile rar, und viele Parkhäuser am Arch haben niedrige Höhenbegrenzungen; vorab beim Gateway Arch National Park nach Stellplätzen für große Fahrzeuge fragen und früh kommen. Wer nur den Arch sehen will, parkt besser außerhalb und fährt mit dem MetroLink. Tanken und Einkaufen in St. Louis und Rolla; die Ozark-Strecke hat später viele Tankstellen an den Ausfahrten der I-44.
3Etappe 3: Cuba, Missouri nach Tulsa (ca. 500 km)
- Die Strecke
- Durch die Ozarks nach Springfield (Missouri), dem „Geburtsort der Route 66“, weiter über Carthage und Joplin und durch den nur 13 Meilen langen Zipfel von Kansas nach Oklahoma; ab Miami (Oklahoma) führt die Route auf breiten, gut ausgebauten Abschnitten nach Tulsa. Die Straße ist hügelig, teils kurvig und viel befahren, Fahrzeit rund 5 bis 6 Stunden plus Stopps, also ein langer Tag oder besser zwei. Die Grenze Missouri–Kansas–Oklahoma liegt in der Central Time, eine Uhrenumstellung gibt es nicht.
- Highlights & Must-Sees
- Galena in Kansas mit dem rostigen Abschleppwagen, der als Vorbild für „Hook“ aus dem Film „Cars“ gilt, dazu die Bogenbrücke in Riverton; der Kansas-Abschnitt ist mit gut 20 km der kürzeste der ganzen Route. Eine halbe Stunde Stopp genügt.
- Die Blue Whale in Catoosa, ein Badewal aus den 1970ern an einem Teich, der Eintritt ist frei, die Anlage ist mit dem Camper leicht zu erreichen. Etwa 30 Minuten einplanen, am späten Nachmittag ist das Licht am besten.
- Tulsa mit der Cyrus Avery Route 66 Memorial Plaza, dem Golden Driller und den Art-déco-Bauten im Zentrum. Den Abend in Tulsa verbringen, bevor es am nächsten Tag weiter nach Oklahoma City geht.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Keystone State Park bei Sand Springs westlich von Tulsa am Keystone Lake: drei Campgrounds (Red Carpet, Green Country, Lake Country), Plätze mit Strom (30/50 A), Wasser, Duschhäusern und Dump Station; Plätze sind nur mit Reservierung zu haben (Reservierungsleitung 877-657-2757). Alternative im Osten der Stadt: Campgrounds des US Army Corps of Engineers an den Stauseen rund um Tulsa, meist einfacher und günstiger.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Oklahoma hat kaum öffentliches Land zum Freistehen; an den Stauseen des Corps of Engineers sind einfache Campgrounds gebührenpflichtig, wildes Campen ist dort nicht erlaubt. Walmart-Parkplätze in Joplin oder Tulsa dulden einzelne Nächte, dort vorher fragen.
- Insider-Tipp für Camper
- Die Turnpikes in Oklahoma (auch der Will Rogers Turnpike, I-44 zwischen Missouri und Tulsa) sind bargeldlos; ohne PikePass rechnet PlatePay per Kennzeichen zu höheren Tarifen ab. Vorher beim Vermieter klären, ob ein Transponder oder eine Pauschale inklusive ist. Wer die alte 66 fährt, spart die Maut, verliert aber Zeit: In Springfield und Joplin sind die Ortsdurchfahrten langsam.
4Etappe 4: Tulsa nach Oklahoma City (ca. 170 km)
- Die Strecke
- Von Tulsa über Sapulpa, Bristow, Stroud und Chandler nach Edmond; die Trasse ist eine der am besten erhaltenen Route-66-Passagen des Landes, zweispurig durch Hügel und Weiden, mit vielen alten Brücken und Kleinstadtzentren. Das Tempo liegt bei 45 bis 55 mph, die Fahrzeit bei 3 bis 4 Stunden, also ein entspannter Halbtag. Die Turner Turnpike (I-44) ist nur dann sinnvoll, wenn Sie Zeit sparen müssen, sie kostet Maut.
- Highlights & Must-Sees
- Round Barn in Arcadia, eine runde Holzscheune von 1898 mit Ausstellung im Obergeschoss, bei freiem Eintritt je nach Saison. Der Stopp dauert 20 Minuten.
- Die rund 20 Meter hohe (66 Fuß) Neon-Limoflasche von POPS in Arcadia mit mehreren hundert Limosorten; abends leuchtet sie am schönsten. Mittagessen oder Kaffee lohnen sich hier.
- Oklahoma City National Memorial für die Opfer des Anschlags von 1995: Der Außenbereich mit den 168 leeren Stühlen ist jederzeit frei zugänglich, das Museum benötigt Tickets und etwa 1,5 bis 2 Stunden. Der Ort ist still und sollte so besucht werden.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Lake Thunderbird State Park bei Norman südöstlich von Oklahoma City: mehrere Campgrounds am See (unter anderem Hickory Hill, Clear Bay, Little Sandy, Turkey Pass) mit Stromplätzen, Sanitär und Dump Station; Reservierung über Oklahoma State Parks. Welcher Loop große Fahrzeuge aufnimmt und welche Wasser- und Stromanschlüsse er bietet, vorab in der Buchung prüfen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): In der Stadt kein legales Freistehen; die günstigen Campgrounds der State Parks und Corps-Stauseen sind hier die Lösung. Übernachten an Straßen oder auf Gewerbeparkplätzen wird in Oklahoma City konsequent geahndet.
- Insider-Tipp für Camper
- Tornado-Saison in Oklahoma ist vor allem April bis Juni, doch auch im Herbst sind schwere Gewitter möglich. Eine Wetter-App mit Warnungen des National Weather Service installieren, „Tornado Watch“ (Bedingungen vorhanden) von „Tornado Warning“ (Tornado gesichtet oder auf dem Radar) unterscheiden und bei Warnung das feste Gebäude oder den Schutzraum des Campgrounds aufsuchen, nie im Wohnmobil bleiben. Am Campground beim Einchecken nach dem Schutzraum fragen.
5Etappe 5: Oklahoma City nach Amarillo (ca. 420 km)
- Die Strecke
- Weiter, flacher, windiger: Die Trasse läuft über Clinton, Elk City und Erick durch die Plains, am Horizont drehen sich Windräder und die alte 66 liegt oft direkt neben der I-40. Hinter der Grenze zu Texas beginnt der Panhandle mit endlosen Weizenfeldern, Rinderweiden und Dörfern mit Wassertürmen. Fahrzeit rund 5 Stunden, bei Seitenwind mit hohem Aufbau deutlich anstrengender. Tankstellen gibt es in allen Städten, dazwischen liegen oft 50 bis 70 Kilometer.
- Highlights & Must-Sees
- Oklahoma Route 66 Museum in Clinton und National Route 66 & Transportation Museum in Elk City: Beide sind gute Überblicke über die Geschichte der Straße, Eintritt gegen Gebühr, jeweils etwa 1 bis 1,5 Stunden.
- Der Tower Station & U-Drop Inn in Shamrock, Texas, eine Art-déco-Tankstelle von 1936 mit grüner Turmspitze, heute Besucherzentrum. Etwas weiter westlich lohnt in Groom das Kreuz und der schiefe Wasserturm kurze Stopps.
- Cadillac Ranch westlich von Amarillo: zehn schräg eingegrabene Cadillacs aus den Jahren 1949 bis 1963, die Besucher mit Sprühfarbe bemalen dürfen, der Zugang ist frei. Sprühdosen bringen viele mit, Schuhe sollten Sie sich wegen des oft matschigen Bodens nicht ruinieren.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Palo Duro Canyon State Park, rund 40 Minuten südlich von Amarillo: Plätze mit Strom und Wasser im zweitgrößten Canyon der USA, dazu Zelt- und Hütten-Angebote, Reservierung über Texas Parks & Wildlife (Telefon 512-389-8900). Der Park ist häufig ausgelastet, Reservierung für Camping und Tageseintritt wird empfohlen, die Tore sind täglich von 7:30 bis 22 Uhr geöffnet; der Tageseintritt für Erwachsene liegt bei etwa 8 US-Dollar. In den Sommermonaten läuft hier das Freilichtmusical TEXAS.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): An den Rastplätzen in Texas ist die Übernachtung meist für bis zu 24 Stunden geduldet, Beschilderung beachten. Sicherer und ruhiger ist der State Park, auch Walmart-Parkplätze in Amarillo dulden einzelne Nächte, wenn die Filiale zustimmt.
- Insider-Tipp für Camper
- Die Zufahrt in den Palo Duro Canyon ist steil und kurvig: mit langen Gespannen im niedrigen Gang hinunter und wieder hinauf, Bremsen nicht überhitzen. Seitenwind auf dem Hochland versetzt hohe Aufbauten stark, bei Sturmwarnungen am besten nicht fahren. Die Uhr bleibt in der Central Time, wird aber am nächsten Tag an der Grenze zu New Mexico um eine Stunde zurückgestellt.
6Etappe 6: Amarillo nach Albuquerque (ca. 460 km)
- Die Strecke
- Über den Llano Estacado nach New Mexico, dann durch rote Hügel und Tafelberge; hinter Santa Rosa steigt die Straße auf rund 2.000 m. An der Grenze zu New Mexico wird die Uhr um eine Stunde zurückgestellt, die Fahrzeit liegt bei etwa 5 Stunden. Die Landschaft ist dünn besiedelt, die Tankstellen sind in Tucumcari, Santa Rosa und Clines Corners zuverlässig, dazwischen gibt es lange Lücken. Im Winter kann die Straße bei Schnee über die Pässe vor Albuquerque vereist sein.
- Highlights & Must-Sees
- Midpoint Café in Adrian (Texas): Hier steht das Schild mit der genauen Hälfte zwischen Chicago und Santa Monica, je 1.139 Meilen. Im Café gibt es Pie und Kaffee, der Stopp dauert etwa eine halbe Stunde.
- Tucumcari mit Neon-Motels wie dem Blue Swallow Motel von 1939 und Wandbildern; abends, wenn die Schilder leuchten, ist die Stadt am schönsten. Der Blue Swallow Motel ist häufig ausgebucht, daher früh reservieren.
- Blue Hole in Santa Rosa, eine glasklare, etwa 25 m tiefe Quelle mit rund 17 °C Wassertemperatur, zum Baden und Tauchen geöffnet. Für Tauchgänge und Badegäste gelten Regeln und Gebühren, vorab prüfen.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Santa Rosa Lake State Park in rund 1.450 m Höhe oberhalb des Stausees: 75 ausgebaute Plätze, davon 25 mit Strom, teils Pull-through, dazu Duschen und Dump Station, Buchung über das Reservierungssystem der New Mexico State Parks (Telefon 575-472-3110). Alternative ist der Conchas Lake State Park nördlich von Tucumcari, ebenfalls mit Stromplätzen und Sanitär. In Albuquerque bietet sich ein privater RV-Park an der Central Avenue an; zu Beginn des Oktobers während der Balloon Fiesta sind Plätze lange im Voraus ausgebucht.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Im Cibola National Forest östlich von Albuquerque ist Dispersed Camping möglich, im Sandia-Distrikt allerdings nur an ausgewiesenen Stellen in den Manzanita Mountains, in den Manzano-Bergen an Forststraßen. Feuerverbote in der trockenen Zeit beachten, Zufahrten für Wohnmobile vorher in der Motor Vehicle Use Map prüfen.
- Insider-Tipp für Camper
- In Albuquerque lohnt ein Abstecher auf die Central Avenue, die alte Route-66-Trasse durch die Stadt mit Neonschildern; dort ist Parken nachts für breite Fahrzeuge (über 90 Zoll) auf der Straße nicht erlaubt, nutzen Sie also den RV-Park. Wasser und Vorräte auffüllen, bevor es in die dünn besiedelte Hochwüste geht, und die Uhr zurückstellen. Reisen Sie Anfang Oktober, sind in der Stadt wegen der Balloon Fiesta Zimmer und Plätze knapp.
7Etappe 7: Albuquerque nach Flagstaff (ca. 520 km)
- Die Strecke
- Durch die Hochwüste über Laguna, Grants und Gallup nach Arizona; der Continental Divide liegt bei rund 2.200 m, dahinter geht es über Holbrook und Winslow nach Flagstaff auf 2.100 m. Die Etappe ist lang und besser in zwei Tage zu teilen, mit Übernachtung nahe dem Petrified Forest oder in Winslow. Wichtig: Arizona behält ganzjährig die Mountain Standard Time und stellt die Uhr nicht um; im Sommerhalbjahr gilt dort dieselbe Uhrzeit wie in Kalifornien, New Mexico und die Navajo Nation sind dann eine Stunde weiter.
- Highlights & Must-Sees
- Acoma Pueblo („Sky City“) an der I-40 (Ausfahrt 102): eines der am längsten durchgehend bewohnten Dörfer Nordamerikas auf einem rund 110 m hohen Felsplateau. Besuch nur mit Führung, die nach der Webseite freitags bis montags um 10:30, 12:30 und 14:30 Uhr startet; das Fotografieren ist an Festtagen verboten. Zeiten vor der Anfahrt telefonisch klären (1-800-747-0181).
- Petrified Forest National Park mit Painted Desert: Die Parkstraße ist rund 45 km lang und verbindet die I-40 mit der US-180, am Puerco Pueblo und an der alten 66-Trasse im Park steht ein Studebaker von 1932. Geöffnet meist von 8 bis 17 Uhr, Eintritt 25 US-Dollar pro Fahrzeug, bargeldlos (nur Karte).
- Holbrook mit dem Wigwam Motel, Winslow mit „Standin’ on the Corner“ und der Meteor Crater, etwa 1,2 km breit und 170 m tief. Der Krater kostet Eintritt, am Kraterrand liegt ein eigener RV-Park.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Meteor Crater RV Park an der I-40 (Ausfahrt 233): 71 Stellplätze, davon 36 mit Full Hookup, alle als Pull-through bis 60 Fuß Länge, ganzjährig geöffnet (außer 25. Dezember), etwa 45 bis 70 US-Dollar pro Nacht. Im Kiefernwald von Flagstaff bietet der Fort Tuthill County Park 101 Plätze, jedoch ohne Stromanschlüsse; nur 8 Plätze haben Wasser und Abwasser, Generatorbetrieb ist zwischen 21 und 7 Uhr nicht erlaubt. Saison und Preise vorher beim Coconino County prüfen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Der Coconino National Forest um Flagstaff hat zahlreiche Forststraßen mit erlaubtem Dispersed Camping, meist mit einer Höchstdauer von 14 Tagen; saisonale Feuerverbote beachten. Auf den Reservatsflächen der Navajo Nation ist Camping ohne Genehmigung nicht erlaubt.
- Insider-Tipp für Camper
- Im Petrified Forest gibt es keinen Campground für Wohnmobile (nur Backcountry mit kostenloser Genehmigung), und der Park schließt abends; Übernachtung davor oder dahinter planen. Versteinertes Holz mitzunehmen ist verboten und wird geahndet. Nahe der Parkgrenze lohnt ein Tankstopp in Holbrook; im Petrified Forest selbst gibt es nur Kaffee und Snacks.
8Etappe 8: Flagstaff nach Kingman (ca. 240 km)
- Die Strecke
- Über Williams, die letzte Stadt, die 1984 von der Interstate umgangen wurde; ab Seligman beginnt das längste zusammenhängende Stück der alten Route 66 über Peach Springs und Hackberry nach Kingman – weite Täler, leere Straße, Güterzüge nebenher. Die Straße ist zweispurig, die Tempolimits liegen meist bei 55 bis 65 mph, und es gibt lange Abschnitte ohne Tankstelle und ohne Mobilfunk. Fahrzeit etwa 3,5 Stunden, mit Stopps ein ganzer Tag.
- Highlights & Must-Sees
- Williams mit historischem Zentrum und der Grand Canyon Railway, die täglich zum South Rim fährt (Abfahrt nach Fahrplan etwa 9:30 Uhr, Fahrtdauer rund 2 Stunden 15 Minuten je Richtung). Fahrpläne und Preise vorher beim Betreiber prüfen, die Plätze sind an Wochenenden schnell weg.
- Seligman, die Wiege der Route-66-Wiederbelebung, mit Souvenirläden, Oldtimerkulissen und dem Delgadillo’s Snow Cap Drive-In. Der Ort ist klein, eine Stunde reicht.
- Hackberry General Store: ein Freilichtmuseum der Tankstellenära mit Oldtimern und Schildern. Das Grand Canyon Caverns bei Peach Springs bietet eine Höhle in rund 65 m Tiefe; Preise und Führungen vorher prüfen.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Hualapai Mountain Park südöstlich von Kingman, ein County-Park im Kiefernwald in rund 1.980 m Höhe über der Wüste: 34 Plätze, teils mit Full Hookup (30 A), Pull-through-Plätze, Zufahrt über eine etwa 19 km lange, zuletzt steile Straße. Reservierung über Mohave County Parks (Telefon 877-757-0915), Fahrzeuge bis etwa 35 Fuß sollten hinaufkommen, längere vorher anfragen. Als Notlösung bleibt ein privater RV-Park in Kingman an der Route.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Im Kaibab National Forest um Williams ist Dispersed Camping erlaubt; rund um Kingman gibt es viel Bureau-of-Land-Management-Land (BLM) ohne Gebühr, meist mit 14-Tage-Limit. Feuerverbote im Frühsommer sind häufig.
- Insider-Tipp für Camper
- Am nächsten Tag geht es über den Sitgreaves Pass nach Oatman: enge Kehren, steile Gefälle und keine Leitplanken; auf der Oatman Road gilt eine Längenbeschränkung von 40 Fuß (12 m). Für lange Wohnmobile und Gespanne ist die I-40 über Topock die sichere Alternative; den Ort Oatman kann man dann mit einem Mietwagen oder Taxi besuchen. Auf der Strecke gibt es laut BLM weder Trinkwasser noch Toiletten noch Mobilfunk, also vorher tanken und Wasser mitnehmen.
9Etappe 9: Kingman nach Barstow (ca. 330 km)
- Die Strecke
- Über Oatman oder die I-40 hinunter an den Colorado River nach Needles, dann in die Mojave-Wüste – im Sommer die heißeste Etappe der Reise. Der Abschnitt der National Trails Highway (Route 66) zwischen Needles und Barstow ist einspurig pro Richtung, teils schlecht asphaltiert und hat stellenweise über 100 km weder Tankstelle noch Mobilfunk. Fahrzeit auf der alten Trasse 5 bis 6 Stunden, über die I-40 etwa 3,5 Stunden. Die Uhr wird in Arizona nicht umgestellt, in Kalifornien gilt dann Pacific Time.
- Highlights & Must-Sees
- Oatman, altes Goldgräberstädtchen mit Wildeseln auf der Hauptstraße, die von Packeseln der Bergleute abstammen. Die Esel dürfen nicht angefasst werden, Futter gibt es im Ort; Stopp etwa 45 Minuten.
- Amboy mit dem Neonschild von Roy’s Motel & Café und dem Vulkankegel Amboy Crater, einem Rundweg von rund 5 km (hin und zurück) mit wenig Schatten. Ob Roy’s Tankstelle gerade geöffnet hat, vorher prüfen.
- Calico Ghost Town nahe Barstow, eine restaurierte Silberminenstadt aus den 1880er-Jahren mit Läden und Minenführungen. Mit Übernachtung im Campground ist der Eintritt in den Ort für die Camper frei.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Calico Ghost Town Regional Park, ein County-Campground an der Geisterstadt mit Plätzen ohne, mit teilweisem und mit Full Hookup sowie Dump Station; die Preise liegen etwa bei 35 bis 55 US-Dollar pro Nacht, dazu kommt eine einmalige Reservierungsgebühr von 10 Dollar (Buchung über San Bernardino County Regional Parks, Telefon 877-387-2757). Alternativ der Hole-in-the-Wall Campground im Mojave National Preserve (35 Plätze, Fahrzeuge bis etwa 33 Fuß, Wasser und Dump Station, nur first come, first served, gut 60 km Abstecher ab I-40 Ausfahrt 100).
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Große BLM-Flächen in der Mojave erlauben Dispersed Camping, meist mit einer Höchstdauer von 14 Tagen; nicht tief in weichen Sand fahren und nur auf bereits genutzten Stellen parken. Im Mojave National Preserve ist Campen am Rand von Straßen an ausgewiesenen Stellen erlaubt, dort gelten eigene Regeln.
- Insider-Tipp für Camper
- Abschnitte der National Trails Highway zwischen Needles und Barstow waren nach Brückenschäden (Bridge 77 bei Amboy wurde im Februar 2024 gesperrt und am 22. März 2024 wieder geöffnet) zeitweise gesperrt: Status beim San Bernardino County (Public Works) prüfen, notfalls auf die I-40 ausweichen. In Needles hat die Unterführung an der K Street eine sehr niedrige Durchfahrtshöhe von rund 8 Fuß; Navigation vor der Einfahrt in die Stadt überprüfen. Im Sommer über 45 °C: nur früh morgens fahren und reichlich Wasser mitnehmen, mindestens 4 Liter pro Person.
10Etappe 10: Barstow nach Santa Monica (ca. 210 km)
- Die Strecke
- Über Victorville und den Cajon Pass (rund 1.280 m) hinunter ins Becken von Los Angeles, durch das Stadtgebiet über San Bernardino, Rialto und Pasadena bis ans Meer. Der Verkehr ist die eigentliche Herausforderung: Für die letzten 100 km sollten Sie 3 bis 5 Stunden einplanen, am Wochenende und zur Hauptverkehrszeit deutlich mehr. Auf dem Cajon Pass ist der Wind oft stark, und im Winter kann Schnee fallen. In Kalifornien gelten für Fahrzeuge mit Anhänger und bestimmte größere Fahrzeuge 55 mph.
- Highlights & Must-Sees
- Elmer’s Bottle Tree Ranch in Oro Grande: ein Wald aus Metallbäumen mit Glasflaschen an der alten Trasse, der Eintritt ist frei. Ob die Anlage geöffnet ist und ob Spenden erwünscht sind, vorher prüfen; Parken ist auf einer Schotterfläche möglich.
- Wigwam Motel in Rialto mit seinen Zement-Tipis und der Colorado Boulevard in Pasadena, der Teil der klassischen Route war. Beide sind etwa einen Halt von einer Stunde wert.
- Das „End of the Trail“-Schild am Santa Monica Pier, offiziell das Ende der Route. Mit dem Wohnmobil ist der Pier schwer erreichbar, daher steigt man besser am Strand auf Fahrrad oder Bus um.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Dockweiler Beach RV Park des County Los Angeles direkt am Strand nahe dem Flughafen: Full-Hookup-Plätze für Fahrzeuge bis 40 Fuß für etwa 65 bis 75 US-Dollar, 19 einfachere Plätze bis 19 Fuß für rund 45 Dollar, Reservierung bis 90 Tage im Voraus, im Sommer mit Mindestaufenthalt von zwei Nächten; die öffentliche Dump Station war zuletzt geschlossen. Ruhiger ist der Leo Carrillo State Park in Malibu (135 Plätze, Fahrzeuge bis etwa 31 Fuß, rund 50 mit Strom, Dump Station, etwa 45 bis 60 Dollar, maximal 7 Tage), den Sie über ReserveCalifornia buchen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): In Los Angeles gibt es kein legales Freistehen; Übernachten im Fahrzeug ist in vielen Stadtteilen verboten, und Parkverbote für Wohnmobile nachts sind verbreitet. Auch am Strand der Küstenautobahn gilt: nur auf ausgewiesenen Plätzen.
- Insider-Tipp für Camper
- Die Stadtetappe am Wochenende früh morgens fahren. In Santa Monica haben viele Parkhäuser Höhenbegrenzungen; Fahrzeuge über 22 Fuß werden an besondere Plätze verwiesen, die großen offenen Strandparkplätze am Pacific Coast Highway oder am Ocean Park Boulevard sind für Wohnmobile die bessere Wahl. Beschilderung zu Fahrzeuglänge und Parkzeit beachten. Wer das Wohnmobil abgeben muss, sollte die Rückgabe am Stadtrand von Los Angeles schon vorab klären.
Camping-Praxis & Länder-Knigge
Wildcamping & Freistehen
- Die Route führt durch acht Bundesstaaten mit sehr unterschiedlichen Regeln. Im Mittleren Westen (Illinois, Missouri, Oklahoma) gibt es wenig öffentliches Land: In Illinois ist Übernachten nur auf ausgewiesenen Campgrounds der State Parks erlaubt, in Missouri ist Dispersed Camping im Mark Twain National Forest möglich (meist 14 Tage Höchstdauer), in Kansas führt die Route nur rund 20 km durch den Staat, und in Oklahoma bleiben einfache, gebührenpflichtige Campgrounds des Army Corps of Engineers an Stauseen und die State Parks.
- Ab New Mexico wird es einfacher: In den National Forests (Cibola, Coconino, Kaibab) und auf BLM-Land in Arizona und Kalifornien ist Dispersed Camping meist mit 14-Tage-Limit erlaubt. Bleiben Sie auf bereits genutzten Stellen, fahren Sie nicht in weichen Sand, nehmen Sie Müll mit und beachten Sie Feuerverbote, die im Frühsommer und bei Dürre häufig gelten; Regeln und Karten beim Forest Service bzw. BLM vorab prüfen. Auf den Flächen der Navajo Nation und anderer Reservate ist Campen ohne Genehmigung nicht erlaubt.
- Übernachten auf Supermarktparkplätzen wird in Kleinstädten oft geduldet, doch die Entscheidung trifft jede Filiale selbst; in Großstädten und in Kalifornien ist es selten erlaubt, in Los Angeles fast nie. Raststätten (Rest Areas) sind streng geregelt: In Texas ist der Aufenthalt meist auf 24 Stunden begrenzt, in Kalifornien gilt oft eine kürzere Höchstdauer, und in Arizona sind Übernachtungen teils verboten; Schilder am Ort haben Vorrang.
- Wildtiere: Wildesel in Oatman nicht füttern oder anfassen, sie beißen und treten. In den Wüstenstaaten kommen Klapperschlangen und Skorpione vor, also nicht blind in Spalten oder unter Steine greifen. In der Prärie gilt vor allem Wetter als Gefahr: Tornados in Oklahoma und Kansas, Sturzfluten in Wüstenschluchten (Flash Floods) bei Gewittern in Arizona und New Mexico, Hitze über 40 °C in der Mojave. Zecken sind im Mittleren Westen häufig.
- Apps und Seiten: iOverlander, Campendium, The Dyrt, Allstays und Recreation.gov (Bundesflächen); State-Park-Reservierungen laufen je Staat über eigene Systeme (ExploreMoreIL, Missouri State Parks, Oklahoma State Parks, Texas Parks & Wildlife, New Mexico State Parks, ReserveCalifornia).
Entsorgung & Versorgung
- Dump Stations finden Sie in State Parks, an großen Truck Stops (etwa Flying J oder Pilot) und an vielen Tankstellen im Westen; Übersicht bei sanidumps.com und in den Campingapps. Nicht jeder RV-Park lässt Durchreisende gegen Gebühr entleeren, und einzelne Stationen sind wegen Schäden geschlossen (etwa am Dockweiler RV Park).
- Ab New Mexico wird Wasser knapp: In jeder größeren Stadt auffüllen, in Arizona und der Mojave mindestens 20 bis 40 Liter Reserve mitführen. Leitungswasser ist in den USA überall trinkbar, aus Bächen und Seen nur gefiltert oder abgekocht. Grauwasser nie auf den Boden oder in Gullys ablassen.
- Treibstoff wird in US-Gallonen (3,785 l) verkauft; Diesel ist teurer als Benzin, Kalifornien hat die höchsten Preise, Oklahoma und Texas die niedrigsten. Zwischen Needles und Barstow, auf der Oatman Road und zwischen Seligman und Kingman sollte der Tank mindestens halb voll sein, weil Tankstellen selten sind.
- Propan bei U-Haul-Stationen, Propanhändlern und einigen Truck Stops; europäische Gasflaschen werden meist nicht befüllt, Mietmobile haben fest verbaute Tanks. Strom gibt es auf Campgrounds mit 15-, 30- und 50-Ampere-Anschluss; ein Adapter („Dogbone“) ist nützlich.
- Einkaufen: Große Supermärkte (Walmart, Kroger, Albertsons, Safeway) in den Städten; auf dem Land meist nur Dollar General oder Tankstellenshops. Mobilfunk ist in der Mojave, auf der Oatman Road und zwischen Seligman und Kingman lückenhaft; Offline-Karten laden.
Fahrzeugmaße & Verkehrsregeln
- Tempolimits auf den Interstates je nach Staat 65 bis 80 mph (105–130 km/h); meist 70 bis 75 mph. In Kalifornien gelten für Fahrzeuge mit Anhänger und für manche mehrachsige Fahrzeuge 55 mph, in Städten und Ortsdurchfahrten 25 bis 45 mph. Schulbusse mit Warnlicht dürfen in keine Richtung überholt werden; Rechtsabbiegen bei Rot ist meist erlaubt, wenn kein Schild es verbietet.
- Maut: Illinois Tollway (bargeldlos, I-PASS/E-ZPass oder online binnen 14 Tagen per „Pay By Plate“ zum Bartarif) und die Turnpikes in Oklahoma (PikePass oder Rechnung per Kennzeichen über PlatePay, zu höheren Sätzen; Will Rogers Turnpike und Turner Turnpike gehören dazu). Die alte Route 66 selbst ist mautfrei. Mit Mietwagen klären, ob ein Transponder oder eine Pauschale inklusive ist, weil Vermieter Gebühren aufschlagen.
- Nationalparks und Eintritt: Petrified Forest kostet 25 US-Dollar pro Fahrzeug (sieben Tage gültig, nur Kartenzahlung); der Jahrespass America the Beautiful kostet 80 Dollar. Seit 2026 verlangt der National Park Service von Ausländern ab 16 Jahren zusätzlich 100 Dollar Zuschlag in elf Parks (darunter der Grand Canyon); Petrified Forest und Gateway Arch sind nicht dabei. Ein Nichtansässigen-Jahrespass kostet 250 Dollar und deckt den Zuschlag für den Inhaber und drei weitere Personen ab 16.
- Fahrzeug und Straße: Die Oatman Road (Sitgreaves Pass) ist auf 40 Fuß (12 m) Länge beschränkt; die K-Street-Unterführung in Needles ist rund 8 Fuß (2,4 m) hoch, die Chain of Rocks Bridge ist nur für Fußgänger und Radfahrer freigegeben; in Albuquerque dürfen Fahrzeuge über 90 Zoll Breite nicht auf der Straße parken, in Santa Monica werden Fahrzeuge über 22 Fuß auf spezielle Parkplätze verwiesen. Zeitzonen: Central Time (Illinois, Missouri, Oklahoma, Texas Panhandle), Mountain (New Mexico), Arizona ohne Sommerzeit, Pacific (Kalifornien).
- Jahreszeit: Die beste Zeit sind April bis Juni und September bis Oktober; im Hochsommer über 40 °C in Mojave und Arizona, im Winter Schnee und Glatteis auf den Pässen bei Flagstaff, Albuquerque und Cajon Pass. Im Jubiläumsjahr sind viele Stationen voller als sonst, etwa rund um den 11. November; Plätze früh buchen. Notruf in den USA: 911 (auch mit dem Handy); den Straßenzustand geben 511-Dienste und Caltrans QuickMap an, mit Wohnmobil-Haftpflicht und Vermieter-Regeln zu Kilometerlimit und Unfallmeldung vorher vertraut machen.
CampingSpirit Pack- & Vorbereitungs-Checkliste
- Detaillierter Streckenführer (z. B. „EZ66 Guide for Travelers“) oder Route-66-Overlay in der Karten-App – ohne ihn verpassen Sie die alten Trassenstücke neben der Interstate.
- Stromadapter 30A/50A auf 15A („Dogbone“) für die unterschiedlichen Anschlüsse an State Parks und County-Campgrounds.
- Unwetter-App mit Tornado-Warnungen oder ein NOAA-Wetterradio für die Plains von April bis Juni und bei Herbststürmen.
- Maut-Transponder oder geklärte Kennzeichen-Abrechnung beim Vermieter für Illinois und Oklahoma.
- Sonnenschutzmatten, 12-V-Ventilator und 20–40 Liter Reservewasser für die Mojave und Arizona; dazu Sonnencreme und Kopfbedeckung.
- Unterlegkeile und Stabilisierungsstützen für unebene County- und Forest-Plätze sowie eine Schaufel oder Bergebretter für weichen Wüstenboden.
Stand: 2026-09. Sperrungen, Gebühren und Buchungsregeln ändern sich: Prüfe vor der Abfahrt die offiziellen Quellen.