Reiseführer · CampingSpirit
Von Newcastle über Hadrian’s Wall, den Dark-Sky-Park um Kielder und die Burgenküste nach Holy Island, Berwick und in die Scottish Borders und zurück nach Durham: gut 600 Kilometer Linksverkehr, bei denen die Gezeitentabelle wichtiger ist als der Reiseplan.
Der Spirit der Route
Northumberland ist das leerste Stück Englands, und das merken Sie spätestens, wenn die Straße am Hadrianswall über einen Grat läuft und links wie rechts nur Schafweiden, Basaltkämme und Wind liegen. Die Römer haben hier vor fast 1.900 Jahren eine Grenze in den Fels gelegt; heute folgen Wanderer ihr mit Rucksack, und Sie bleiben im Auto, bis der Nebel reißt. Nachts wird es im Kielder Forest so dunkel, dass die Milchstraße einen Schatten wirft – der Park gehört zu den dunkelsten Gegenden Europas. An der Küste stehen Burgen auf Basaltfelsen über breiten, fast menschenleeren Sandstränden, in Craster hängt der Rauch der Räucheröfen im Hafen, und auf Holy Island bestimmt das Meer, wann Sie ankommen und wann Sie gehen müssen. Zweimal täglich verschwindet der Damm unter der Nordsee. Wer das akzeptiert, bekommt Zeit geschenkt: Tee im Pub, Möwen, Seehunde, Wetter von allen Seiten.
Detaillierter Etappenplan (Tag für Tag)
1Etappe 1: Newcastle upon Tyne nach Hexham (ca. 35 km)
- Die Strecke
- Von der Fähre oder von der A1 durch Newcastle auf die A69 nach Westen, vorbei an Corbridge ins Tyne-Tal nach Hexham. Zweispurig, gut ausgebaut, zu Stoßzeiten zäh am Stadtrand von Newcastle. Etwa 45 Minuten Fahrzeit; die erste Fahrt im Linksverkehr ist auf dieser Strecke gut zu üben, weil es nur wenige Kreisverkehre gibt.
- Highlights & Must-Sees
- Segedunum in Wallsend: das Römerfort am östlichen Ende des Hadrianswalls mit Badehaus-Rekonstruktion und Aussichtsturm – vor dem Start ein guter Einstieg.
- Corbridge Roman Town (English Heritage): Versorgungsstadt hinter dem Wall mit Getreidespeichern und Straßenzügen.
- Hexham Abbey, eine Klosterkirche aus dem 7. Jahrhundert mit angelsächsischer Krypta.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Causey Hill Camping & Caravan Park oberhalb von Hexham, im OSM-Verzeichnis als Stellplatz für Caravans und Wohnmobile geführt. Ausstattung, Stromanschlüsse und Saison vorab beim Betreiber erfragen; im Sommer und an Bank-Holiday-Wochenenden frühzeitig buchen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): In England gibt es kein Jedermannsrecht für Wohnmobile: Übernachten außerhalb von Plätzen setzt das Einverständnis des Grundeigentümers voraus, und viele Gemeinden und Stellplatzbetreiber verbieten Übernachten auf Parkplätzen. Rund um Hexham und Newcastle bleibt das Parken über Nacht in Wohngebieten oder an Haltebuchten riskant (Anwohnerbeschwerden, Verbotsschilder).
- Insider-Tipp für Camper
- Falls die Anreise per Fähre in Newcastle endet: Die Newcastle-und-Gateshead Clean Air Zone betrifft nicht normkonforme Taxis, Busse, Reisebusse, Lkw und Transporter; private Pkw sind ausgenommen. Wie ein Wohnmobil eingestuft wird, hängt von Zulassung und Abgasnorm ab – vorab mit dem Kennzeichen auf gov.uk prüfen. Der Tyne Tunnel (A19) ist mautpflichtig und für diese Route nicht nötig; Höhe der Maut beim Betreiber (tt2.co.uk) nachsehen. Vor dem Wall in Corbridge oder Hexham einkaufen, die Dörfer am Wall haben kaum Läden.
2Etappe 2: Hexham nach Haltwhistle (Hadrian’s Wall) (ca. 60 km)
- Die Strecke
- Über Chollerford auf die B6318, die „Military Road“, die dem Wall folgt: schnurgerade über Kuppen, links und rechts offene Weide, teils schmal mit Steinmauern am Rand und wenig Ausweichstellen. Vorsicht bei Gegenverkehr von Bussen und Traktoren. Bei Greenhead nach Süden auf die A69 und nach Haltwhistle. Reine Fahrzeit gut eine Stunde, mit Besichtigungen ein ganzer Tag.
- Highlights & Must-Sees
- Chesters Roman Fort (English Heritage) am North Tyne mit dem am besten erhaltenen römischen Badehaus Britanniens.
- Housesteads Roman Fort (National Trust/English Heritage): die am besten erhaltene Garnison am Wall mit Latrinen und Hospital, dazu der Grat mit Blick bis zum Cheviot.
- Vindolanda mit Museum und den Schreibtäfelchen der Legionäre, dazu der Wallabschnitt am Steel Rigg und der Sycamore Gap, wo der berühmte Baum im September 2023 gefällt wurde und der Stumpf heute neu austreibt.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Haltwhistle Camping and Caravanning Club Site am Rand von Haltwhistle bei Burnfoot, laut Club mit Strom und Servicepunkt, nahe am Walltown Crags. Club-Plätze sind teils auch für Nichtmitglieder buchbar; Tarif und Verfügbarkeit vorab prüfen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Entlang des Walls und im Northumberland National Park darf auf Parkplätzen nicht übernachtet werden; die National-Trust- und Park-Parkplätze sind gebührenpflichtig und tagsüber gedacht. Am Steel Rigg und in den Haltebuchten der Military Road wird kontrolliert. Auch hier gilt: Parken ja, Campen nein, und ohne Erlaubnis des Eigentümers kein Stehen über Nacht.
- Insider-Tipp für Camper
- Den Housesteads-Parkplatz (National Trust, gebührenpflichtig) früh ansteuern; die Höhenbegrenzung und Platzlage für Wohnmobile vorab prüfen. Der Bus AD122 (Hadrian’s Wall Country Bus) soll an den Hauptpunkten halten; Verkehrstage und Fahrplan je Saison vorab prüfen. Für die Wanderung ein Stück des Hadrian’s Wall Path nutzen, etwa Housesteads–Steel Rigg (rund 5 Kilometer, steil auf und ab).
3Etappe 3: Haltwhistle nach Kielder Water und Forest (ca. 80 km)
- Die Strecke
- Von Haltwhistle über die A69 zurück bis Hexham, dann nordwärts nach Bellingham und über die kleinen Straßen durch den Wald nach Kielder. Letzte 30 Kilometer teils schmal, kurvig, einspurig mit Ausweichstellen und Wild auf der Straße, besonders in der Dämmerung. Gut zwei Stunden Fahrzeit.
- Highlights & Must-Sees
- Kielder Water, der größte Stausee Nordwesteuropas, mit rund 43 Kilometern Uferpfad, dazu Kielder Castle als Besucherzentrum des Forest Parks.
- Kielder Observatory auf dem Black Fell: öffentliche Sternenabende im Dark-Sky-Park, Termine rechtzeitig online buchen.
- Tower Knowe und Leaplish: Aussichtsplätze, Bootsfahrten und Uferwege am Stausee.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Auf dem Gelände um Kielder Water finden sich mehrere Plätze, darunter Kielder Campsite im Forest Park außerdem Stonehaugh Campsite im Wark Forest; weitere Angebote am Südufer bei Leaplish vorab beim Betreiber klären. Lage, Ausstattung (Strom, Entsorgung) und Öffnungszeiten vorher bei den Betreibern prüfen; manche Plätze öffnen nur saisonal.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Im Kielder Forest ist Übernachten außerhalb ausgewiesener Plätze nicht erlaubt. Der Forest Drive (Forestry England, Mautstraße, 12 Meilen unbefestigt) ist für große Wohnmobile ungeeignet und im Winter geschlossen. Rund um den Stausee gibt es keine ausgewiesenen Freisteher-Zonen; Gemeindeparkplätze sind tagsüber Parkplätze.
- Insider-Tipp für Camper
- Der Nordosten ist der Dark-Sky-Park: Der Northumberland International Dark Sky Park wurde 2013 in der Gold-Stufe ausgezeichnet und umfasst den Northumberland National Park und den Kielder Water & Forest Park, zusammen rund 1.500 Quadratkilometer. Für den eigenen Sternenabend den Camper abdunkeln, eine rote Stirnlampe benutzen und das Bordlicht aus lassen. Im Sommer sind die Midges am Wasser lästig – Mückenschutz mit Icaridin oder Smidge mitbringen.
4Etappe 4: Kielder nach Alnwick (ca. 100 km)
- Die Strecke
- Zurück nach Bellingham, dann über Nebenstraßen am Truppenübungsplatz Otterburn vorbei nach Elsdon und weiter nach Rothbury und Alnwick. Die A697 und A1 sind zweispurig, die Nebenstraßen teils eng und bei Schießübungen am MoD-Gelände gesperrt – Schießzeiten vorab auf der Seite des Verteidigungsministeriums einsehen. Etwa zweieinhalb Stunden Fahrzeit.
- Highlights & Must-Sees
- Cragside bei Rothbury (National Trust): das Haus von Lord Armstrong, 1878 als erstes Haus der Welt mit Wasserkraft-Strom beleuchtet, dazu Waldwege und Seen.
- Simonside Hills: einfacher Rundweg auf dem Kamm über Rothbury mit Blick in die Cheviots.
- Alnwick Castle (Drehort für „Harry Potter“) und der angrenzende Alnwick Garden; Barter Books im alten Bahnhof von Alnwick.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Coast & Castles Camp Site bei Alnwick, im OSM-Verzeichnis als Campingplatz geführt, kurze Fahrt zum Schloss. Alternativ Greensfield Moor Farm (Certificated Location der Caravan-Clubs, kleiner Platz). Ausstattung und Saison vorab prüfen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): In Alnwick selbst und im Hinterland sind Übernachtungen auf Straßenparkplätzen unüblich und oft verboten. Ein Stellplatz in Rothbury ist im Sommer meist ausgelastet. Park4night zeigt private Hofstellplätze und Pub-Parkplätze; nachfragen, ob Übernachten erlaubt ist.
- Insider-Tipp für Camper
- Gas, Lebensmittel und Diesel in Alnwick besorgen, bevor es an die Küste geht. Die Altstadttore sind eng; mit dem Wohnmobil die Umgehung nehmen. Ob Entsorgungspunkte in Rothbury oder Alnwick für Nichtgäste offen sind, vorab prüfen.
5Etappe 5: Alnwick nach Bamburgh (ca. 60 km)
- Die Strecke
- Von Alnwick durch Embleton und Craster an der Küste entlang nach Seahouses und Bamburgh, größtenteils auf der B1340 und kleinen Nebenstraßen. Schmal, aber gut befahrbar; an den Ortseinfahrten mit Parkständen entlang der Straße eng. Rund eine Stunde Fahrzeit, mit Wanderung und Stopps ein halber bis ganzer Tag.
- Highlights & Must-Sees
- Dunstanburgh Castle: Ruine auf einem Basaltfelsen, zu Fuß von Craster in rund 40 Minuten über die Küstenwiesen (rund 2,5 Kilometer).
- Craster: der Hafen mit den historischen Räucherkammern, Kipper und Crab-Sandwich.
- Bamburgh Castle auf dem Basaltfelsen über dem Strand, daneben das Grace-Darling-Museum und der Blick zu den Farne Islands; Bootsfahrten ab Seahouses.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Dunstan Hill Camping and Caravanning Club Site nahe Craster, oder Budle Bay Campsite zwischen Bamburgh und Belford mit Blick auf die Bucht und das Wattenmeer. Im Hochsommer und an Wochenenden vorab buchen; Ausstattung (Strom, Entsorgung, Duschen) prüfen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Die Northumberland Coast ist ein AONB (Area of Outstanding Natural Beauty); Freistehen am Strand und auf Küstenparkplätzen ist nicht erlaubt, in Seahouses, Bamburgh und Craster gibt es Nachtverbote auf Parkplätzen. Parkplätze sind tagsüber gebührenpflichtig.
- Insider-Tipp für Camper
- Die Bootsfahrt zu den Farne Islands (National Trust) ist ein Highlight, aber wetter- und saisonabhängig; Landungen und Brutzeiten (Papageitaucher von April bis Juli) vorab prüfen. In Craster und Bamburgh sind die Parkplätze klein, Höhenbegrenzungen auf einigen Plätzen – die Dorfparkplätze vorab prüfen oder mit dem Fahrrad vom Campingplatz fahren.
6Etappe 6: Bamburgh nach Holy Island und Berwick-upon-Tweed (ca. 55 km)
- Die Strecke
- Von Bamburgh über die B1342 zur A1 und bei Beal auf die kleine Straße zum Gezeitendamm von Holy Island. Der Damm selbst ist eine schmale Asphaltstraße, die zweimal täglich unter Wasser steht. Weiter auf der A1 nach Berwick. Zeitbedarf: je nach Gezeiten ein ganzer Tag, die Fahrzeit liegt unter einer Stunde.
- Highlights & Must-Sees
- Lindisfarne Priory (English Heritage): die Ruine des Klosters, das 793 von Wikingern überfallen wurde, mit Museum zur Geschichte der Insel und der Lindisfarne Gospels (das Original liegt in der British Library).
- Lindisfarne Castle (National Trust), die Tudor-Festung auf dem Beblowe Crag mit dem Umbau von Edwin Lutyens, dazu die umgedrehten Heringsboote als Schuppen am Ufer – Öffnung und Zustand der Burg vorab prüfen.
- Berwick-upon-Tweed: elisabethanische Stadtmauern (1558–1570), die Royal Border Bridge von Robert Stephenson und die Kaserne von Hawksmoor.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Berwick Seaview Caravan and Motorhome Club Campsite in Spittal/Berwick mit Blick auf die Küste: Clubplatz, Aufnahme von Nichtmitgliedern und Strom vorab klären. Alternativ Berwick Holiday Park im Süden. Auf Holy Island selbst ist Übernachten im Fahrzeug nicht möglich.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Auf Holy Island ist Übernachten im Wohnmobil nach Angaben der Inselseite verboten; Ausnahmen gibt es nur an einzelnen Terminen auf dem Parkplatz des Lindisfarne Hotels nach Buchung. Der Hauptparkplatz (Chare Ends) darf nachts nicht genutzt werden, auch nicht mit 24-Stunden-Ticket. Für das Dorf soll nach Angaben der Insel ab Oktober/November 2026 eine Anwohner-Parkregelung kommen. In Berwick nur auf ausgewiesenen Plätzen übernachten.
- Insider-Tipp für Camper
- Gezeitendamm genau erklärt: Der Damm führt über das Watt zwischen Beal und der Insel und wird von jedem Hochwasser überflutet, also zweimal pro Tag. Gesperrt ist er nicht nur beim Höchststand, sondern für mehrere Stunden rund um das Hochwasser – nach der offiziellen Zeitentabelle der Northumberland County Council für den 8. Oktober 2026 etwa war er von 11:55 bis 17:30 Uhr unsicher, also gut fünfeinhalb Stunden. Da die Gezeiten täglich um rund 50 Minuten wandern, ändern sich die Fenster jeden Tag; bei Springtiden (um Voll- und Neumond) steigt das Wasser höher und die Sperrzeit ist länger, bei Wind oder Nebel kann sie sich verschieben. Nur die offizielle Tabelle der County Council zählt (holyislandcrossingtimes.northumberland.gov.uk oder die Tafeln am Damm in Beal), nicht eine Faustregel. Die Zeiten sind Fenster für die Fahrt über den Damm: Planen Sie Hin- und Rückfahrt innerhalb eines Fensters, ziehen Sie mindestens 30 Minuten Puffer ab (so rät die Besucherinformation) und starten Sie nicht kurz vor Ende. Fahren Sie nie einer Autoschlange hinterher, wenn Wasser auf der Straße steht. Am Damm stehen Rettungshütten auf Stelzen – wer eingeschlossen wird, klettert hinein, ruft 999 (Küstenwache) und bleibt dort, bis die Flut zurückgeht. Fahrzeuge, die im Wasser stehen bleiben, werden meist nicht von der Kaskoversicherung gedeckt. Die Insel sollten Sie als Tagesziel einplanen: ankommen, wenn der Damm öffnet, Priory und Dorf ansehen, spätestens vor dem Ende des Fensters zurück. Parken: Chare Ends ist gebührenpflichtig, auch der Parkplatz Beal Sands am Dammanfang ist seit 2026 wieder in Betrieb.
7Etappe 7: Berwick-upon-Tweed nach Jedburgh (Scottish Borders) (ca. 75 km)
- Die Strecke
- Von Berwick über die A698 am Tweed entlang nach Coldstream, dann nach Kelso und weiter nach Jedburgh. Breite, gut ausgebaute Landstraßen mit wenigen Engstellen, die Grenze nach Schottland ist unbewacht. Rund eineinhalb Stunden Fahrzeit.
- Highlights & Must-Sees
- Norham Castle am Tweed: Ruine der Grenzfestung, die Turner mehrfach gemalt hat.
- Floors Castle bei Kelso und die Ruinen von Kelso Abbey, dazu die Rennie-Brücke über den Tweed.
- Jedburgh Abbey (Historic Environment Scotland): zu den schönsten Klosterruinen der Borders, in Fahrtnähe zum Ortszentrum.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Jedburgh Camping & Caravan Club Site am Rand von Jedburgh, im Tal des Jed Water. Strom, Entsorgung und Zeiten vorab prüfen, im Sommer reservieren. Alternativ Camping bei Kelso oder Coldstream; einen Platz am Tweed früh klären.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): In Schottland regelt der Scottish Outdoor Access Code das Zelten für Wanderer; Wohnmobile fallen nicht darunter. Übernachten im Fahrzeug auf Parkplätzen ist nur dort möglich, wo es nicht verboten ist; die Scottish Borders sind weniger streng als die Highlands, aber auch hier nehmen Schilder und Anwohnerbeschwerden zu. Im Zweifel einen ausgewiesenen Platz nehmen.
- Insider-Tipp für Camper
- In Schottland gilt eine niedrigere Alkoholgrenze (50 mg pro 100 ml Blut, 22 µg pro 100 ml Atemluft) als in England (80 mg); am besten ganz verzichten. In Jedburgh die Altstadt nur zu Fuß ansehen, die Parkplätze am Abbey sind klein. Für den Heimweg tanken in Kelso: Preise in Grenznähe sind meist günstiger als im ländlichen Northumberland.
8Etappe 8: Jedburgh nach Durham (ca. 150 km)
- Die Strecke
- Von Jedburgh auf der A68 über den Carter Bar (418 m, höchster Punkt der Runde, Grenze zu England) in den Redesdale hinunter, dann über Otterburn und Corbridge Richtung Süden und von Consett auf der A691 nach Durham. Der Carter Bar hat Steigungen und lange Gefälle – im niedrigen Gang bergab. Rund drei Stunden reine Fahrzeit.
- Highlights & Must-Sees
- Carter Bar: Aussichtspunkt und Parkplatz an der englisch-schottischen Grenze, mit Wegweiser und Blick über die Cheviots.
- Durham Cathedral und Durham Castle: UNESCO-Welterbe auf einer Flussschleife des River Wear, eines der besten normannischen Bauwerke Englands.
- Spaziergang um die Halbinsel am Wear (Prebends Bridge) mit dem klassischen Blick auf die Kathedrale.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Im Raum Durham geben OSM-Daten mehrere Plätze an, etwa Strawberry Hill Caravan and Camping Park südöstlich der Stadt und Grange-Plätze im Umland (Durham Grange). Zuverlässigkeit, Lage und Öffnungszeiten vor der Anfahrt klären; Stadtzentrum nur mit Bus oder Park & Ride.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): In Durham kein Freistehen: Das Zentrum ist verkehrsberuhigt, und auf den Park-and-Ride-Plätzen darf nicht übernachtet werden. Wer vor der Rückfahrt nur parken will, nutzt die Park-and-Ride-Anlagen am Stadtrand (tagsüber).
- Insider-Tipp für Camper
- Die Halbinsel mit Kathedrale und Burg liegt in einer Zone mit Road User Charging: Wer die Halbinsel zwischen 10 und 2 Uhr befährt (Kontrolle per Kamera am Eingang Silver Street/Claypath), zahlt laut Stadt 5 GBP pro Tag, Zahlung im Voraus oder binnen 24 Stunden, sonst droht ein Bußgeldbescheid. Mit dem Wohnmobil die Halbinsel nicht befahren. Die Gassen sind für Wohnmobile ungeeignet. Auf dem Rückweg nach Newcastle (rund 30 Kilometer) vor der Fähre tanken: Kraftstoff im Umkreis der Häfen ist meist teurer.
Camping-Praxis & Länder-Knigge
Wildcamping & Freistehen
- In England gibt es kein Jedermannsrecht: Parken ist, wo erlaubt, auch über Nacht möglich, doch Wohnmobile, die erkennbar übernachten (Stühle, Markise, Stützen), fallen unter Campen. Ohne Zustimmung des Eigentümers ist das Stehen auf privatem Land nicht erlaubt; in den Nationalparks und Naturschutzgebieten (Northumberland National Park, Northumberland Coast AONB) sind Nachtverbote üblich.
- In Schottland (Scottish Borders) erlaubt der Scottish Outdoor Access Code das Zelten für Wanderer, nicht aber das Stehen mit dem Wohnmobil; Gemeinden und Grundbesitzer setzen Verbote durch. Rechnen Sie mit Bußgeldern und mit Verweisen von Parkplätzen.
- Park4night, Campercontact und die Stellplatzverzeichnisse der Clubs (Caravan and Motorhome Club, Camping and Caravanning Club) listen offizielle Plätze, Certificated Locations (CL) und Hofstellplätze. Pubs bieten teils Stellplätze bei Verzehr an – vorher fragen.
- Holy Island: Übernachten im Fahrzeug auf der Insel ist untersagt (bis auf einzelne gebuchte Termine am Lindisfarne Hotel); die Gezeitenregelung macht ein Übernachten auf dem Damm oder in Beal gefährlich.
Entsorgung & Versorgung
- Entsorgung heißt „Elsan Point“ (Chemietoilette) und „waste water point“ (Grauwasser). Öffentliche Punkte sind selten und oft an Campingplätze oder Rastplätze gebunden; Standorte in Park4night oder der Elsan-Karte prüfen. Auf Clubplätzen ist Entsorgung inklusive.
- Trinkwasser in England und Schottland ist überall trinkbar; Wassernachfüllpunkte finden sich auf Campingplätzen, Raststätten und in einzelnen Parkplätzen der Besucherzentren.
- Gas: Calor-Flaschen (Propan, Butan) und Campingaz sind verbreitet, aber der Flaschentausch funktioniert nur mit britischen Pfandflaschen; deutsche Flaschen werden nicht getauscht. Für längere Reisen Tankflaschen oder Gaslow-Systeme mit britischem Adapter, LPG gibt es nur an wenigen Tankstellen – vorher recherchieren. Gasflaschen auf Fähren: Ventile geschlossen, dem Fährbetreiber bei der Buchung melden.
- Strom: Auf britischen Plätzen kommt der blaue CEE-Stecker (16 A) zum Einsatz; ein 25-Meter-Kabel und ein Polaritätsprüfer sind sinnvoll.
Fahrzeugmaße & Verkehrsregeln
- Einreise: Großbritannien ist nicht in der EU; EU-Bürger brauchen vor der Reise eine elektronische Reisegenehmigung (ETA), seit dem 8. April 2026 £20 pro Person (zuvor £16), auch für Kinder. Nur über die offizielle GOV.UK-Seite beantragen, rechtzeitig vor der Abreise; sie gilt zwei Jahre oder bis zum Ablauf des Passes. Dazu Reisepass, Fahrzeugschein, Versicherungsnachweis (ob eine Grüne Karte verlangt wird, beim Versicherer erfragen und den Versicherungsnachweis mitführen). Fahrzeuge mit Euro-Kennzeichen brauchen keinen Länderaufkleber.
- Zoll: Fleisch und Milchprodukte aus der EU dürfen seit 2021 nicht privat eingeführt werden; Hunde und Katzen brauchen einen Animal Health Certificate (der EU-Heimtierausweis gilt in Großbritannien nicht) – aktuelle Einfuhrregeln bei der britischen Behörde DEFRA prüfen. Linksverkehr: Kreisverkehre im Uhrzeigersinn, Vorfahrt hat, wer schon im Kreis ist; Scheinwerfer auf Linksverkehr abkleben oder umstellen.
- Tempolimits (mph, ohne Zusatz gilt die Beschilderung): Wohnmobile bis 3.050 kg Leergewicht außerorts 60 mph auf Landstraßen, 70 mph auf Schnellstraßen und Autobahn; darüber 50 mph (einspurige Straße), 60 mph (zweispurig), 70 mph Autobahn. Gespanne 50 mph auf Landstraßen und 60 mph auf zweispurigen Straßen und Autobahn. Innerorts meist 30 mph. Handy in der Hand am Steuer ist verboten, Gurtpflicht für alle.
- Maut und Zonen: Keine Autobahnmaut auf der Strecke; der Tyne Tunnel (A19) ist mautpflichtig. Die Clean Air Zone in Newcastle und Gateshead trifft Taxis, Busse, Lkw und Transporter, nicht private Pkw; das eigene Wohnmobil vorab auf gov.uk prüfen. Durham erhebt auf der Altstadthalbinsel eine Road-User-Charge von 5 GBP pro Tag (täglich 10 bis 2 Uhr). Höhe, Breite und Gewicht vor engen Passagen (Alnwick, Craster, Durham) beachten. Alkoholgrenze England 80 mg/100 ml, Schottland 50 mg/100 ml. Winterausrüstung ist nicht Pflicht, aber auf Moorstraßen im Winter (Carter Bar, Military Road) sinnvoll.
CampingSpirit Pack- & Vorbereitungs-Checkliste
- Gezeitentabelle für Holy Island (App oder Ausdruck der Northumberland County Council), weil Handyempfang am Damm schwankt.
- Rote Stirnlampe für den Sternenabend im Kielder Dark Sky Park – weißes Licht zerstört die Nachtsicht.
- Mückenschutz gegen Midges (Icaridin, Smidge) für Kielder Water und die Borders im Sommer.
- Stromkabel mit blauem CEE-Stecker (25 m) und Polaritätsprüfer für britische Campingplätze.
- Scheinwerfer-Abklebefolie für den Linksverkehr und ein Navi mit Wohnmobilprofil gegen enge Straßen und Höhenschranken.
- Wetterfeste Kleidung: An der Küste und am Wall wechselt das Wetter schnell, Wind und Regen sind auch im Sommer die Regel.
Stand: 2026-09. Sperrungen, Gebühren und Buchungsregeln ändern sich: Prüfe vor der Abfahrt die offiziellen Quellen.