Reiseführer · CampingSpirit
Von Dunkerque über Blanc-Nez und Gris-Nez, Boulogne und Montreuil bis an die Sandbänke der Somme-Bucht und optional nach Amiens: rund 340 Kilometer, auf denen Wind und Gezeitenkalender den Tagesplan schreiben.
Der Spirit der Route
An der Opalküste ist das Licht der eigentliche Reiseführer: Es wechselt binnen einer Stunde von Bleigrau zu Milchgrün, und an klaren Abenden stehen die weißen Klippen von Dover so deutlich über dem Ärmelkanal, dass man die Fähren zählen kann. Zwischen den beiden Kaps duckt sich die D940 durch Grünland mit Hecken, Weidezäunen und Bunkerresten, in Audresselles riecht es nach Taschenkrebs, in Wissant nach Salz und Neopren. Weiter südlich wird die Küste flach und weit: Kiefernwälder um Le Touquet, Dünen bis zum Horizont, dann die Baie de Somme, wo das Meer zweimal am Tag kilometerweit verschwindet und Seehunde auf den Sandbänken liegen. Aus der Schiebetür hören Sie Austernfischer und die Pfeife der Dampfbahn. Diese Route belohnt Langsamkeit: kurze Etappen, Fahrrad statt Ortsdurchfahrt, Gezeitentafel statt Uhr.
Detaillierter Etappenplan (Tag für Tag)
1Etappe 1: Dunkerque nach Wissant (über Calais und Cap Blanc-Nez) (ca. 65 km)
- Die Strecke
- Von Dunkerque auf der mautfreien A16 an Gravelines vorbei nach Calais, dann ab Sangatte auf die D940, die Route touristique der Opalküste. Hinter Sangatte steigt die Straße in weiten Bögen auf das Kreideplateau des Blanc-Nez und fällt nach Escalles steil ab; danach schmal durch Weideland nach Wissant. Rund 1,5 Stunden reine Fahrzeit, Hafenzubringer in Calais und Dunkerque mit viel Lkw-Verkehr.
- Highlights & Must-Sees
- Dunkerque: der breite Strand von Malo-les-Bains und das Museum Dunkerque 1940 – Opération Dynamo in einer Bastion am Hafen.
- Calais: Rodins „Bürger von Calais“ vor dem Rathaus mit dem UNESCO-Belfried, am Hafen der mechanische Drache.
- Cap Blanc-Nez: rund 130 m hohe Kreidekante mit dem Obelisken der Dover Patrol, Blick über die Bucht von Wissant und bei Fernsicht bis zu den Klippen von Dover.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
-
Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: In Wissant liegt der Camping municipal „De la Source“ am Ortsrand, mit Strom, Sanitär und Ver- und Entsorgung; kleiner und mit Blick aufs Plateau ist der Camping des Érables in Escalles. Wer Wohnmobilstellplatz bevorzugt: die Aire an der D940 in Wissant mit Entsorgung oder die private Aire der Ferme de l’Horloge in Tardinghen zwischen den Kaps (Strom und Service gegen Gebühr). Saisonzeiten und Preise vorab prüfen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Die Kaps sind als Site classé geschützt und Teil des Grand Site de France Les Deux Caps; Wildcampen ist hier verboten. Der kleine Parkplatz am Blanc-Nez-Gipfel hat Höhenbalken und ist für die meisten Wohnmobile nicht befahrbar; Übernachtungen auf den Wanderparkplätzen werden kontrolliert. In Dunkerque bietet die Stadt Wohnmobilplätze an der Rue des Chantiers de France an, in Calais einen Stellplatz neben dem Camping am Strand.
- Insider-Tipp für Camper
- Wer per Fähre oder Bahnverladung aus Großbritannien kommt, sollte vor der ersten Etappe volltanken und Wasser bunkern: Zwischen Calais und Boulogne gibt es wenige Tankstellen direkt an der D940, und die Ortsdurchfahrten von Escalles und Wissant sind eng. An Sommerwochenenden die Gipfelparkplätze am Blanc-Nez vor 10 Uhr oder ab 18 Uhr ansteuern.
2Etappe 2: Wissant nach Wimereux (über Cap Gris-Nez und Audresselles) (ca. 25 km)
- Die Strecke
- Auf der D940 über Tardinghen zum Cap Gris-Nez, dann über Audinghen, Audresselles und Ambleteuse nach Wimereux. Kurze, aber kurvige Etappe über das Hinterland der Kaps, mit vielen Radfahrern und Fußgängerquerungen; der Abzweig zum Gris-Nez ist eine schmale Stichstraße. Reine Fahrzeit unter einer Stunde – der Tag gehört den Wanderwegen.
- Highlights & Must-Sees
- Cap Gris-Nez: Leuchtturm und Seenotleitstelle am Punkt Frankreichs, der England am nächsten liegt; Rundweg über die Klippe zum Strand von Les Gardes.
- Audresselles: Fischerdorf mit Flobarts – flachen Strandbooten – vor den Häusern, Krebs und Hummer direkt bei den Fischern.
- Ambleteuse: das Vauban-Fort Mahon in der Mündung der Slack und die Dünen der Slack, ein Naturschutzgebiet mit Bohlenwegen.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
-
Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Camping municipal L’Olympic in Wimereux, nah am Ortskern und an der Strandpromenade, mit Strom und Sanitär. Alternativen: Camping L’Églantier in Ambleteuse oder die Aire Les Ajoncs bei Ambleteuse. In der Hochsaison früh anrufen – auf der Côte d’Opale sind kleine Plätze schnell voll.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Am Gris-Nez regelt ein Erlass des Départements Pas-de-Calais vom 24. Februar 2023 den Empfangsparkplatz Haringzelle (nach unserem Stand ohne Enddatum und nicht aufgehoben): Der Bereich für Pkw ist auf 2,10 m Höhe begrenzt, Fahrzeuge über 2,10 m dürfen nur von 8 bis 20 Uhr in einer eigenen Zone stehen, Camping und Caravaning sind auf dem ganzen Gelände verboten. Auch am Parkplatz an der Rue du Fort in Audinghen gilt nachts (20 bis 8 Uhr) Parkverbot für Wohnmobile; laut Schild und Nutzerberichten drohen 135 € Strafe, offizielle Angabe dazu liegt uns nicht vor.
- Insider-Tipp für Camper
- Kommen Sie früh: Ab dem Vormittag sind die Plätze für hohe Fahrzeuge am Gris-Nez an schönen Tagen belegt. Das Museum des Atlantikwalls in der Batterie Todt bei Audinghen hat einen eigenen Parkplatz. In Wimereux ist die Innenstadt eng und an der Digue nicht für Wohnmobile gemacht – das Fahrzeug am Campingplatz lassen und zu Fuß gehen.
3Etappe 3: Wimereux nach Le Touquet-Paris-Plage (über Boulogne-sur-Mer) (ca. 45 km)
- Die Strecke
- Über den Küstenboulevard nach Boulogne, dann auf der D940 über Le Portel und Équihen-Plage durch die Dünen- und Waldlandschaft um Hardelot, bei Étaples über die Canche nach Le Touquet. In Boulogne viel Verkehr am Hafen und steile Gassen zur Oberstadt, südlich davon gut ausgebaut. Rund eine Stunde Fahrzeit.
- Highlights & Must-Sees
- Nausicaá in Boulogne, das französische Meereszentrum mit einem der größten Aquarien Europas – Tickets online, Parkplätze in Hafennähe.
- Haute Ville von Boulogne: Rundgang auf den mittelalterlichen Wällen, Belfried und die Kuppel der Basilika Notre-Dame.
- Le Touquet: Villenviertel im Kiefernwald, der rotgemauerte Leuchtturm La Canche und die Sandbänke an der Pointe du Touquet.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
-
Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Le Touquet hat Wohnmobilplätze an der Base nautique an der Baie de Canche im Norden des Orts, mit Ver- und Entsorgung; ruhiger, aber weiter draußen liegt die Aire am Parc équestre. Gut ausgestattete Campingplätze finden Sie südlich in Cucq und Stella-Plage. Längenbegrenzung und aktuelle Gebühren vor Ort prüfen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Le Touquet und die Nachbarbadeorte lassen Wohnmobile über Nacht nicht an der Strandpromenade oder in den Villenstraßen stehen; viele Strandparkplätze haben Höhenbalken oder Schilder mit durchgestrichenem Wohnmobil. Das ist kein pauschales Gemeindeverbot, sondern eine Summe einzelner Parkregeln – in der Praxis führt der legale Weg über die Aires. In Boulogne gibt es eine städtische Aire am Küstenboulevard Richtung Wimereux.
- Insider-Tipp für Camper
- In der Oberstadt von Boulogne haben die Tore Höhen- und Breitenbegrenzungen; mit dem Camper unten am Hafen parken. In Étaples lohnt der Fischmarkt am Kai für Seezunge und Garnelen. Le Touquet erkunden Sie am besten mit dem Fahrrad: Das Radwegenetz durch den Wald ist dicht, die Parkplätze im Zentrum sind gebührenpflichtig und für große Fahrzeuge knapp.
4Etappe 4: Le Touquet-Paris-Plage nach Montreuil-sur-Mer (ca. 20 km)
- Die Strecke
- Durch Étaples und das Tal der Canche landeinwärts auf der D939 bzw. D917 nach Montreuil. Flache, gut ausgebaute Straßen; die Zufahrt in die Oberstadt ist steil, gepflastert und eng. Etwa 30 Minuten Fahrzeit – ein ruhiger Tag zum Durchatmen.
- Highlights & Must-Sees
- Rund drei Kilometer Wallweg um die Oberstadt von Montreuil mit Blick ins Canche-Tal.
- Die Zitadelle und die Gassen um die Place Darnétal, Schauplatz in Victor Hugos „Die Elenden“; im Sommer gibt es abends ein Freilichtspektakel dazu.
- Die Kartause Notre-Dame-des-Prés bei Neuville-sous-Montreuil, von außen über die Canche-Wiesen.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
-
Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Montreuil hat eine kommunale Aire am Fuß der Wälle mit Wasser und Entsorgung; wer Strom und Duschen will, wählt den Camping La Fontaine des Clercs am Fluss unterhalb der Stadt, fußläufig über einen steilen Weg zur Oberstadt.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Die Oberstadt ist als Ensemble geschützt, rund um Monuments historiques ist Campingverhalten im 500-m-Umkreis nicht erlaubt; Übernachten außerhalb der Aire wird nicht geduldet. Im Canche-Tal finden Sie auf park4night einige Bauernhof-Stellplätze, etwa in Brimeux – Bedingungen vorher erfragen.
- Insider-Tipp für Camper
- Nicht mit dem Wohnmobil in die Oberstadt fahren: Gassen und Kopfsteinpflaster sind eng, Wendemöglichkeiten fehlen. Samstags ist Markt auf der Place Darnétal. Für die nächste Etappe vorher die Gezeitentafel für Berck und die Baie d’Authie prüfen – Seehunde sieht man bei Niedrigwasser.
5Etappe 5: Montreuil-sur-Mer nach Le Crotoy (über Berck, Baie d’Authie und Marquenterre) (ca. 55 km)
- Die Strecke
- Über die D917 und Verton nach Berck-sur-Mer, dann die Küstenstraße am Südende von Berck vorbei, über die Authie nach Fort-Mahon-Plage und Quend und durch das Dünenhinterland nach Saint-Quentin-en-Tourmont. Weiter über Rue nach Le Crotoy. Flach, oft mit Seitenwind, in den Badeorten Tempo-30-Zonen. Rund 1,25 Stunden Fahrzeit.
- Highlights & Must-Sees
- Berck: lange Strandpromenade, im April das internationale Drachenfest, und an der Pointe du Haut-Banc Seehunde auf den Sandbänken der Authie-Bucht.
- Parc du Marquenterre bei Saint-Quentin-en-Tourmont: Vogelschutzgebiet mit Beobachtungshütten im Grand Site Baie de Somme, am lohnendsten bei steigendem Wasser, wenn die Watvögel in die Teiche kommen.
- Rue: gotische Heilig-Geist-Kapelle mit flämischer Spätgotik-Fassade und der Belfried.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
-
Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Le Crotoy hat am Chemin des Digues eine große Aire mit bis zu 100 Plätzen, Ver- und Entsorgung, Strom gegen Gebühr und meist 72 Stunden Höchstaufenthalt (Zufahrt per Kennzeichenerkennung, Bedingungen vorab prüfen); eine zweite Aire liegt am Tarteron. Mit vollem Service: Camping Le Ridin nördlich des Orts. In den Sommerferien und an Brückenwochenenden früh ankommen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Zwischen Berck und Le Crotoy liegen Dünen des Conservatoire du littoral und die Réserve naturelle der Baie de Somme – Freistehen ist hier ausgeschlossen, viele Strandparkplätze haben Höhenbalken. Legale Alternativen: die Aires von Fort-Mahon-Plage und Quend-Plage oder einfache Wohnmobilplätze an der Südseite von Berck.
- Insider-Tipp für Camper
- Am Marquenterre den Camper auf dem großen Besucherparkplatz lassen und Fernglas mitnehmen – Leihgeräte gibt es auch vor Ort. Hunde sind im Vogelpark nicht erlaubt. In Berck die Seehundbänke nur vom Ufer aus beobachten: großer Abstand, nie zwischen Tiere und Wasser laufen.
6Etappe 6: Le Crotoy nach Saint-Valery-sur-Somme (ca. 15 km)
- Die Strecke
- Über Noyelles-sur-Mer und die D940 um die Bucht herum nach Saint-Valery – oder den Camper stehen lassen und mit der Dampfbahn oder dem Rad fahren. Kurze, flache Etappe über Salzwiesen mit Schafherden; in Saint-Valery steile Zufahrt zur Oberstadt. Rund 20 Minuten Fahrzeit.
- Highlights & Must-Sees
- Chemin de fer de la Baie de Somme: die meterspurige Museumsbahn von Le Crotoy über Noyelles nach Saint-Valery und Cayeux, teils mit Dampflok.
- Saint-Valery: Quartier du Courtgain mit bunten Fischerhäusern, die Oberstadt mit der Porte Guillaume und die Chapelle des Marins über der Bucht.
- Geführte Wanderung durch die Bucht bei Niedrigwasser – nur mit zertifiziertem Führer; bei großen Gezeiten läuft eine kleine Gezeitenwelle (Mascaret) an den Kais von Saint-Valery entlang.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
-
Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Die Aire von Saint-Valery liegt an der Rue de la Croix l’Abbé oberhalb des Orts: über 100 Plätze auf Schotter, Wasser, Entsorgung und einige Stromanschlüsse; zuletzt wurden etwa 12 € pro Nacht gemeldet (Tarif vor Ort prüfen); ins Zentrum sind es rund 1 km. Campingplätze mit allem Service: Le Walric am Ortsrand oder Camping de la Baie Richtung Pendé.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): In Saint-Valery wird an Quais und Promenade kein Übernachten geduldet, und auf den Salzwiesen der Bucht ist schon das Abstellen außerhalb der Wege verboten. Die Aire ist die einzige praktikable Lösung im Ort.
- Insider-Tipp für Camper
- Die Bucht fällt bei Niedrigwasser kilometerweit trocken, das Wasser kommt bei großen Koeffizienten schneller zurück, als man laufen kann, und Prielen sowie Treibsand sind tückisch – nie allein ins Watt. Fahrplan der Dampfbahn vorab prüfen: Nach Angaben der Bahn verkehrt Le Crotoy–Saint-Valery 2026 etwa von Februar bis November, nach Cayeux nur von April bis Mitte September, jeweils nur an Fahrplantagen. Wer mit dem Rad unterwegs ist, folgt der Vélomaritime (EuroVelo 4) rund um die Bucht.
7Etappe 7: Saint-Valery-sur-Somme nach Ault (über Le Hourdel und Cayeux-sur-Mer) (ca. 30 km)
- Die Strecke
- Über Lanchères zur Pointe du Hourdel am Südrand der Bucht, dann auf der Küstenstraße nach Cayeux-sur-Mer und weiter nach Ault-Onival. Schmale Straßen hinter dem Kieselwall, oft starker Westwind; die Stichstraße zum Hourdel endet an einem kleinen, im Sommer vollen Hafen. Rund 45 Minuten.
- Highlights & Must-Sees
- Pointe du Hourdel: Leuchtturm, Fischerhafen und die Sandbänke, auf denen Seehunde und Kegelrobben bei Niedrigwasser ruhen; die Baie de Somme beherbergt nach Zählungen die größte französische Kolonie des Gemeinen Seehunds.
- Cayeux-sur-Mer: die lange Bohlenpromenade hinter dem Kieselstrand mit Hunderten bunter Strandhäuschen.
- Ault: hier beginnen die Kreidefelsen der Picardie, die Steilküste bricht sichtbar ab; vom Bois de Cise führt ein Pfad zum Strand.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
-
Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Cayeux-sur-Mer hat mehrere Aires (Brighton, Centre, Les Galets de la Mollière) mit Ver- und Entsorgung, meist kartenbezahlt; in Ault-Onival liegt der Camping municipal d’Onival über dem Meer. Öffnungszeiten der Gemeindeplätze vorab prüfen – einige schließen im Winter.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Am Hourdel ist der Parkraum knapp und auf Tagesbesucher ausgelegt; Übernachten ist nicht vorgesehen. Die Pointe gehört zum Schutzgebiet um die Bucht – Seehunde nicht anlaufen, Hunde an der Leine.
- Insider-Tipp für Camper
- Seehunde sehen Sie am besten zwei bis drei Stunden vor Niedrigwasser vom Strand am Hourdel aus – Fernglas oder Spektiv statt Annäherung. In Ault bricht die Kreideküste laufend ab; Absperrungen und Warnschilder ernst nehmen, nicht unter der Kreidewand laufen, aktuelle Sperrungen der Uferstraße bei der Gemeinde erfragen.
8Etappe 8: Ault nach Amiens (optional) (ca. 85 km)
- Die Strecke
- Über Friville-Escarbotin nach Abbeville, dann wahlweise auf der A16 (Maut) oder gemächlicher auf Landstraßen durchs Sommetal über Long und Picquigny nach Amiens. Breite, flache Straßen, in Amiens dichter Stadtverkehr. Rund 1,25 Stunden Fahrzeit; wer an der Küste bleiben will, beendet die Route in Ault.
- Highlights & Must-Sees
- Abbeville: die spätgotische Stiftskirche Saint-Vulfran.
- Kathedrale Notre-Dame von Amiens, die größte gotische Kathedrale Frankreichs und UNESCO-Welterbe, im Sommer abends mit farbiger Lichtprojektion auf der Fassade.
- Die Hortillonnages: rund 300 Hektar schwimmende Gärten zwischen Kanälen, im Sommerhalbjahr per Boot oder zu Fuß auf Uferwegen zu erkunden; dazu das Quartier Saint-Leu am Wasser.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
-
Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Der Camping Parc des Cygnes im Nordwesten von Amiens liegt an der Somme, mit Strom, Sanitär und eigener Wohnmobil-Aire; ins Zentrum per Bus oder auf dem Uferweg mit dem Rad.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Amiens bietet außerhalb des Campingplatzes keine geduldeten Übernachtungsflächen in der Innenstadt; nachts am Straßenrand zu stehen ist hier weder angenehm noch ratsam.
- Insider-Tipp für Camper
- Amiens Métropole hat eine Umweltzone (ZFE) eingerichtet: Crit’Air-Plakette mitführen und die geltenden Klassen vor der Fahrt auf der Seite der Métropole prüfen. Samstagvormittags verkaufen Gemüsebauern der Hortillonnages an der Place Parmentier. Für die Boote durch die Gärten in der Saison früh am Tag kommen.
Camping-Praxis & Länder-Knigge
Wildcamping & Freistehen
- Ein Wohnmobil darf in Frankreich wie ein Pkw dort parken, wo Parken erlaubt ist (höchstens 7 Tage am selben Ort), sofern kein Gemeindeerlass entgegensteht. Campingverhalten – Stützen, Markise, Tisch und Stühle, Ablassen von Wasser – ist außerhalb von Campingplätzen und Aires verboten.
- Die Kaps Blanc-Nez und Gris-Nez sind Sites classés im Grand Site de France Les Deux Caps; dort gilt Wildcampverbot, am Gris-Nez per Erlass des Départements von 2023 zusätzlich eine Stellzeit von nur 8 bis 20 Uhr für Fahrzeuge über 2,10 m und ein ausdrückliches Camping- und Caravaning-Verbot. Auch am Parkplatz in Audinghen gilt nachts Parkverbot; Nutzer nennen 135 € Strafe laut Schild.
- In vielen Badeorten zwischen Wimereux und Cayeux beschränken Höhenbalken und Schilder Wohnmobile an der Promenade und in Wohnstraßen; die Regeln gelten je Gemeinde und Parkplatz. Pauschale Verbote für ein ganzes Gemeindegebiet sind in Frankreich rechtlich angreifbar, aber die Kontrollen sind real – planen Sie Aires und Campingplätze.
- Dünen des Conservatoire du littoral, die Réserve naturelle der Baie de Somme und der Meeresnaturpark der picardischen Mündungen sind tabu für Übernachtungen; Wildcampen ist an Meeresufern ohnehin verboten. Nützliche Apps: park4night, Campercontact, dazu die Stellplatzseiten der Tourismusämter Pas-de-Calais und Somme.
Entsorgung & Versorgung
- Die Küste ist dicht mit Aires versorgt; Ver- und Entsorgungssäulen funktionieren mit Karte, Münzen oder Jetons vom Tourismusbüro. Viele Plätze gehören zu Netzwerken mit Schranke und Kartenzahlung – Kreditkarte mit PIN bereithalten.
- Grauwasser und Kassette nur an den Säulen leeren; in den Dünen und an den Salzwiesen ist jede Einleitung verboten und wird als Umweltvergehen geahndet.
- Leitungswasser ist trinkbar; an Aires steht „eau potable“ an der Säule. Im Hochsommer sind die Wasserhähne an beliebten Aires wie Le Crotoy und Saint-Valery stark frequentiert – morgens füllen.
- Gas: Französische Tauschflaschen (Butan, besser Propan im Herbst) gibt es an Supermärkten; ausländische Flaschen werden nicht getauscht. GPL-Zapfsäulen für Tankflaschen sind dünn gesät, Adapter (Dish/Euronozzle) mitbringen. Bei Bahnverladung durch den Kanaltunnel gelten eigene Regeln für Gasflaschen – vorab beim Betreiber prüfen.
Fahrzeugmaße & Verkehrsregeln
- Tempolimits: Wohnmobile bis 3,5 t und Gespanne bis 3,5 t zulässiges Gesamtzuggewicht wie Pkw: Autobahn 130 km/h (bei Regen 110), Schnellstraßen mit getrennten Fahrbahnen 110 (100), Landstraßen 80 (bzw. 90, wo ausgeschildert), innerorts 50. Wohnmobile über 3,5 t bis 12 t: Autobahn 110, Schnellstraßen 100, Landstraßen 80, innerorts 50, mit Geschwindigkeitsscheibe am Heck. Gespanne über 3,5 t: Autobahn und Schnellstraßen 90, sonst 80.
- Fahrzeuge über 3,5 t, ausdrücklich auch Wohnmobile, brauchen die Aufkleber „Angles morts“ seitlich und hinten; ohne sie droht ein Bußgeld von 135 €.
- Maut: Die A16 ist zwischen der belgischen Grenze, Dunkerque, Calais und Boulogne mautfrei, weiter südlich Richtung Abbeville und Amiens mautpflichtig mit klassischen Zahlstellen. Klasse 2 gilt für zweiachsige Fahrzeuge über 2 m und unter 3 m Höhe bis 3,5 t, Klasse 3 für Zweiachser ab 3 m Höhe oder über 3,5 t, Klasse 4 für drei und mehr Achsen. Bei Rückfahrt über Paris und die Normandie: A13 und A14 laufen im „Flux libre“ ohne Schranken – binnen 72 Stunden online per Kennzeichen zahlen, sonst 90 € Pauschalaufschlag.
- Umweltzonen: Die ZFE bestehen weiter, nachdem der Conseil constitutionnel am 21. Mai 2026 ihre landesweite Abschaffung gekippt hat; jede Métropole legt die Klassen selbst fest. Für Amiens und bei Anreise über Lille die geltenden Stufen vorab prüfen. Die Crit’Air-Plakette brauchen auch ausländische Fahrzeuge; bestellen nur über certificat-air.gouv.fr.
- Promillegrenze 0,5, für Fahranfänger 0,2; Handy am Ohr und Kopfhörer am Steuer verboten. Warnweste für den Fahrer griffbereit und Warndreieck sind Pflicht. Wer nach Großbritannien übersetzt, sollte vor dem Check-in Stauräume und Heckträger kontrollieren – in den Häfen wird auf blinde Passagiere geprüft.
CampingSpirit Pack- & Vorbereitungs-Checkliste
- Gezeiten-App oder ausgedruckte Gezeitentafel für Boulogne und Saint-Valery – Seehunde, Marquenterre, Bucht und Strandparkplätze hängen am Wasserstand.
- Fernglas oder Spektiv: Seehunde am Hourdel und in der Authie-Bucht sowie die Vögel im Marquenterre sieht man nur aus Distanz.
- Sturmfeste Abspannung und Markisenklammern – auf den offenen Plätzen zwischen Wissant und Cayeux pfeift der Westwind oft mit Böen über 60 km/h; Markise bei Abwesenheit immer einfahren.
- Gummistiefel oder Watschuhe für Hourdel, Pointe du Touquet und geführte Buchtwanderungen.
- Fahrräder mit Schloss: Die Vélomaritime (EuroVelo 4) verbindet Le Touquet, Berck, Le Crotoy und Saint-Valery, und viele Ortskerne sind mit dem Wohnmobil kaum anfahrbar.
- Crit’Air-Plakette und Kreditkarte mit PIN für Aires mit Schranke und Mautstellen der A16.
Stand: 2026-09. Sperrungen, Gebühren und Buchungsregeln ändern sich: Prüfe vor der Abfahrt die offiziellen Quellen.