Reiseführer · CampingSpirit
42 Brücken und 180 Kilometer Karibikgefühl: Schnorcheln am ersten Unterwasserpark der USA, Sonnenuntergang am Mallory Square und Stellplätze direkt am Wasser.
Der Spirit der Route
Hinter Florida City hört das Festland auf. Die US-1 wird zum Overseas Highway, und die Welt besteht plötzlich nur noch aus Wasser: links die Florida Bay in Flaschengrün, rechts der Atlantik in Türkis und Tiefblau, dazwischen Brücken, die sich kilometerweit über das Meer spannen. Die Schiebetür bleibt offen, der warme Wind riecht nach Salz und Mangroven, Pelikane segeln neben dem Fahrzeug her. Auf Big Pine Key stehen kniehohe Key-Hirsche am Straßenrand, in Islamorada kreisen Tarpune am Steg, in Key West klingt Livemusik aus den Bars der Duval Street. Die Keys sind kein Ort für Kilometerfresser: Hier fährt man zehn Minuten, springt ins Wasser, isst frischen Fisch und fährt wieder zehn Minuten. Dafür verlangt die Route Disziplin bei der Planung: Die State-Park-Plätze sind Monate im Voraus weg, Freistehen gibt es nicht, und wer zwischen Juni und November reist, behält den Wetterbericht im Blick – es gibt nur eine einzige Straße hinaus.
Detaillierter Etappenplan (Tag für Tag)
1Etappe 1: Miami nach Key Largo (ca. 100 km)
- Die Strecke
- Von Miami auf Florida’s Turnpike (Homestead Extension, HEFT) nach Süden bis Florida City, danach auf die US-1. Die Mautstrecke ist komplett bargeldlos: Wer keinen Transponder hat, wird per Kennzeichen erfasst und später per Rechnung belastet. Ab Florida City gibt es zwei Wege nach Key Largo: die „18-Mile Stretch“ der US-1 durch Mangroven und an einem Kanal entlang, meist zweispurig und mit Überholverbot, oder die ruhigere Card Sound Road (CR 905A) mit einer kleinen Mautbrücke. Die Mautstelle nimmt kein Bargeld; für ein zweiachsiges Wohnmobil gelten bis 30. September 2026 2,13 US-Dollar mit SunPass und 3,18 US-Dollar per Kennzeichen, ab 1. Oktober 2026 2,18 bzw. 3,28 US-Dollar; ein Anhänger oder eine weitere Achse kostet extra. Reine Fahrzeit etwa 1,5 bis 2 Stunden, an Wochenenden und Feiertagen gern länger, weil sich der ganze Verkehr auf einer Straße sammelt. Die grünen Meilenmarker (MM) zählen von MM 127 bei Florida City bis MM 0 in Key West herunter; Key Largo liegt bei MM 107 bis 91. Tanken und Einkaufen in Florida City oder Homestead ist deutlich günstiger als auf den Keys.
- Highlights & Must-Sees
- Everglades National Park: Vom Haupteingang bei Homestead (24 Stunden geöffnet) sind es wenige Kilometer bis Royal Palm und zum Anhinga Trail, einem knapp einen Kilometer langen Stegweg, an dem Alligatoren, Schildkröten und Wasservögel ab dem frühen Morgen fast zum Greifen nah sind. Plan: zwei bis drei Stunden, am besten vor 10 Uhr, bevor die Hitze und die Reisebusse kommen.
- John Pennekamp Coral Reef State Park, der erste Unterwasser-Park der USA: Glasbodenboot (etwa zweieinhalb Stunden) und Schnorcheltouren laufen über den Betreiber im Park und sind in der Hauptsaison oft Tage im Voraus ausgebucht. Bei starkem Wind fallen Fahrten aus, daher ein Backup-Tag einplanen.
- Christ of the Abyss bei Key Largo Dry Rocks: Die Bronzestatue steht in rund sieben Metern Wassertiefe auf dem Riff und ist nur mit dem Boot zu erreichen, meist als Schnorchelfahrt ab Pennekamp; Sicht und Seegang entscheiden, die Tour dauert gut drei Stunden.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: John Pennekamp Coral Reef State Park, Key Largo (MM 102,5): etwa 47 Stellplätze zwischen Mangroven und Lagune mit Strom (30/50 A) und Wasser, Dump Station, Duschen und Münzwaschmaschinen. Die Länge ist laut Drittquellen auf etwa 45 Fuß (knapp 14 m) begrenzt, Stand vorher prüfen. Kosten 36 US-Dollar pro Nacht plus Steuern, 7 US-Dollar Utility-Gebühr für Fahrzeuge und 6,70 US-Dollar nicht erstattbare Reservierungsgebühr. Die Plätze sind elf Monate im Voraus (Einwohner Floridas) bzw. zehn Monate im Voraus (alle anderen) über reserve.floridastateparks.org buchbar. Laut Parkseite war Ende Juli 2026 eine Bootsrampe gesperrt, Bootstrailer-Parkplätze sind stark reduziert. Alternative: Flamingo Campground im Everglades-Nationalpark, ganz im Süden an der Florida Bay; die Hauptsaison dauert von November bis April, im Sommer sind nur wenige Plätze nach dem Prinzip first come, first served offen, und die Mücken sind dann kaum auszuhalten.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): In den Keys ist Übernachten im Fahrzeug auf öffentlichem Grund (Straßen, Parkplätze, Strände, Brückenparkplätze) verboten und wird von kontrolliert; Strafe, Platzverweis oder Abschleppen drohen. Planen Sie ausschließlich feste Plätze. Auch auf dem Festland sind Rastplätze zum Ausruhen gedacht, nicht zum Campen; die Regeln der Betreiber vorher prüfen.
- Insider-Tipp für Camper
- Mautpaket des Vermieters klären: Manche Verleiher rechnen Tagespauschalen ab; Konditionen vor der Übernahme klären. Florida’s Turnpike akzeptiert SunPass, E-ZPass und weitere Transponder; per Kennzeichen kommen 2,50 US-Dollar Bearbeitungsgebühr je Rechnung hinzu, und SunPass ist laut Betreiber im Schnitt rund 25 Prozent günstiger. Everglades: Der Eintritt kostet 35 US-Dollar pro Fahrzeug (sieben Tage), für Besucher ab 16 Jahren ohne US-Wohnsitz kommen seit 2026 zusätzlich 100 US-Dollar pro Person dazu, sofern kein Jahrespass vorliegt – gezahlt wird nur per Karte, nicht bar. In der Regenzeit (April bis Oktober) ist Insektenschutz Pflicht.
2Etappe 2: Key Largo nach Marathon (ca. 85 km)
- Die Strecke
- Die US-1 führt über Tavernier und die Inseln von Islamorada bis zum Long Key Viaduct und nach Marathon (MM 91 bis 47). Meist zweispurig und flach, links und rechts Wasser. Tempolimit in den Ortschaften 45 mph (72 km/h), dazwischen meist 55 mph (88 km/h), in Bauzonen weniger; eigene Limits für Wohnmobile gibt es nicht. Überholen ist nur selten erlaubt, deshalb ist die Durchschnittsgeschwindigkeit niedrig: Für die gut 85 Kilometer sind ein bis 1,5 Stunden reine Fahrzeit realistisch, an Feiertagen ein Mehrfaches. Die Brücken sind schmal, Seitenstreifen oft nur ein Fußbreit; bei Seitenwind auf den langen Viadukten ruhig fahren. Tankstellen und Supermärkte gibt es in Key Largo, Tavernier, Islamorada und Marathon; Preise auf den Keys liegen über dem Festland.
- Highlights & Must-Sees
- Windley Key Fossil Reef Geological State Park (MM 85): ehemalige Steinbrüche, in denen Flagler’s Eisenbahn den Korallenstein für den Bahnbau brach; die Schnittwände zeigen fossile Korallen. Der Park ist Donnerstag bis Montag von 8 bis 17 Uhr geöffnet (Dienstag und Mittwoch geschlossen), Eintritt 2,50 US-Dollar pro Person, Rangertouren freitags bis sonntags um 10 und 14 Uhr; ein Rundgang dauert etwa eine Stunde.
- Anne’s Beach auf Lower Matecumbe Key (MM 73,5): flaches, warmes Wasser und ein Holzsteg über dem Mangrovensaum; Wasserschuhe tragen und am Wochenende früh kommen, weil der Strand klein ist.
- The Turtle Hospital in Marathon (MM 48,5): gemeinnützige Pflegestation für Meeresschildkröten; Besuch nur mit Führung, die stündlich und halbstündlich von 9 bis 16 Uhr startet und rund 90 Minuten dauert (zuletzt 38 US-Dollar pro Erwachsener, Reservierung unter +1 305 743 2552 empfohlen). Man sieht verletzte Tiere und darf Schildkröten im Becken füttern.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Curry Hammock State Park bei Marathon (MM 56): 28 Plätze direkt am Wasser, alle mit Strom (20/30/50 A), Wasser und Kanal, Dump Station, Duschen und Strand zwischen den Plätzen 13 und 15; Fahrzeuge bis etwa 70 Fuß (21 m) sind nach Drittquellen möglich. Kosten 36 US-Dollar pro Nacht plus 7 US-Dollar Utility und 6,70 US-Dollar Reservierung, Buchung elf bzw. zehn Monate im Voraus. Wegen der wenigen Plätze ist der Andrang in der Wintersaison enorm; Hunde sind am Strand und in den Gebäuden verboten. Long Key State Park (MM 67,5) hat laut Parkseite derzeit (Stand Juli 2026) wegen Bauarbeiten geschlossen Campingplatz und Golden Orb Trail; den Park nur als Alternative vorsehen, wenn Sie zuvor das Datum der Wiedereröffnung geprüft haben. Private Plätze gibt es in Key Largo und Marathon mehrere; Namen, Stellplatzgröße und Preise vorab klären, weil die Nachfrage im Winter die Kapazität übersteigt.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Auch hier keine legalen Freistehplätze: Schilder untersagen vielerorts das Übernachten auf Brückenparkplätzen und an Stränden, und die Gemeinden kontrollieren. Wer keinen Platz bekommt, weicht auf einen privaten Platz aus – die Preise liegen in der Hochsaison oft über 100 US-Dollar pro Nacht.
- Insider-Tipp für Camper
- Für alle State Parks in Florida gelten dieselben Regeln: maximal 14 Nächte pro Reservierung, mindestens 3 Nächte Pause bis zur nächsten Buchung im selben Park, höchstens 56 Nächte innerhalb von sechs Monaten. Wer stornieren muss: 17,75 US-Dollar Gebühr plus die nicht erstattbare Reservierungsgebühr; bei Absage innerhalb von 24 Stunden vor Anreise bleibt zusätzlich die erste Nacht einbehalten. Alkohol ist in den State Parks nur auf dem eigenen Stellplatz erlaubt. Hunde gehören an die Leine (1,8 m) und sind an Stränden und in Badebereichen nicht erlaubt.
3Etappe 3: Marathon nach Bahia Honda (ca. 25 km)
- Die Strecke
- Die kurze Königsetappe: Von Marathon (MM 50) über die Seven Mile Bridge (MM 47 bis 40), knapp elf Kilometer über offenes Wasser, dann Little Duck Key, Missouri Key, Ohio Key und Bahia Honda Key (MM 37). Zwei Spuren, schmaler Seitenstreifen, Tempo meist 55 mph; bei Regen und Seitenwind zurückhaltend fahren und auf der Brücke nur im Notfall anhalten. Zum Bayside-Bereich des Parks führt die Zufahrt unter der neuen Bahia-Honda-Brücke hindurch, und dort gilt laut Parkseite eine Durchfahrtshöhe von nur 6 Fuß 8 Zoll (2,03 m) – für Wohnmobile ist das nicht passierbar. Rund 20 bis 30 Minuten reine Fahrzeit; die Etappe ist kurz, damit Platz für den Badetag bleibt.
- Highlights & Must-Sees
- Die alte Seven Mile Bridge (Old Seven): Der restaurierte Abschnitt von Marathon bis Pigeon Key ist 2,2 Meilen (gut 3,5 Kilometer) lang, für Fußgänger und Radfahrer freigegeben und kostenlos; Parken für etwa 35 Fahrzeuge auf der Marathon-Seite, für große Wohnmobile eng. Hin und zurück dauert der Weg rund zwei Stunden; es gibt keinen Schatten, daher früh am Morgen oder am späten Nachmittag gehen.
- Pigeon Key: kleine Insel mit Museum zur Flagler-Geschichte, erreichbar zu Fuß über die Brücke oder mit der Pigeon Key Express (Tram) dreimal am Tag; laut Anbieter zuletzt 28 US-Dollar für Erwachsene mit Tram und Museum, 15 US-Dollar nur für die Insel.
- Bahia Honda State Park mit Sandspur Beach und der alten Eisenbahnbrücke: Der Stegweg führt auf die stillgelegte Brücke mit Blick auf den Bahia Honda Channel. Schnorchelfahrten zum Riff bucht man beim Betreiber im Park; Sonnenuntergang am Strand und Kajakverleih. Der Park schließt die Tagesbesucher, wenn er voll ist, vor allem von Dezember bis März.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Bahia Honda State Park (MM 37) mit 80 Plätzen in drei Bereichen: Buttonwood (Plätze 1 bis 48) mit Strom, Wasser, Duschhaus und Dump Station, gekiest, für große Fahrzeuge bis etwa 50 Fuß (15 m), einige Plätze direkt am Wasser (Nr. 12 bis 25); Sandspur (Nr. 49 bis 72) für Zelte und Fahrzeuge bis 23 Fuß (7 m) mit Strom und Wasser, am Atlantik; nach dem Wiederaufbau seit 2022 wieder offen, das Duschhaus wird laut Parkseite derzeit erneuert; Bayside (Nr. 73 bis 80) sind acht einfache Plätze ohne Strom mit Wasser und einem halben Kilometer Fußweg zu den Duschen. Preise wie in den anderen State Parks: 36 US-Dollar plus Steuern, 7 US-Dollar Utility, 6,70 US-Dollar Reservierung; Hunde nur an der Leine und nicht an Stränden. Der Platz gehört zu den am schwersten zu buchenden in Florida. Private Alternativen: Sunshine Key RV Resort (Ohio Key, MM 39) und Big Pine Fishing Lodge & RV Park auf Big Pine Key (97 Plätze, keine Haustiere).
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Nicht möglich. Übernachten ist nur auf den gebuchten Stellplätzen im Park erlaubt, nicht auf dem Tagesparkplatz und nicht auf den Parkbuchten an der Seven Mile Bridge. Ohne Reservierung bleibt nur ein privater Platz auf Big Pine Key, Sugarloaf Key oder auf den Lower Keys.
- Insider-Tipp für Camper
- Buchungsfenster: Einwohner Floridas buchen elf Monate, alle anderen zehn Monate im Voraus; die Uhrzeit der Freischaltung vorher auf reserve.floridastateparks.org prüfen, der Platz ist für Winter und Feiertage oft in Minuten weg. Vorher anmelden, mehrere Wunschdaten und Plätze parat halten; Stornierungen geben gelegentlich Plätze frei, die Verfügbarkeit also mehrmals prüfen. Am Strand gibt es kaum Schatten – Schirme und Stühle lassen sich mieten.
4Etappe 4: Bahia Honda nach Key West (ca. 60 km)
- Die Strecke
- Über Big Pine Key (MM 33 bis 29), wo das National Key Deer Refuge liegt, dann über Summerland, Cudjoe, Sugarloaf und Stock Island nach Key West (MM 0). Im Refuge (etwa MM 29 bis 33) gelten zum Schutz der Key-Hirsche strenge Tempolimits: tagsüber 45 mph, nachts nur 30 bis 35 mph je nach Abschnitt (Beschilderung beachten); die Polizei kontrolliert scharf. Zwischen Big Pine Key und Key West ist die US-1 überwiegend zweispurig, nur stellenweise vierspurig, und der Verkehr Richtung Key West ist an Wochenenden dicht. Reine Fahrzeit rund 1 bis 1,5 Stunden. Ab Stock Island endet die freie Fahrt: Die Altstadt von Key West ist eng, Einbahnstraßen und Kopfsteinpflaster prägen das Bild.
- Highlights & Must-Sees
- National Key Deer Refuge mit dem Blue Hole auf Big Pine Key: ein ehemaliger Steinbruch, in dem Alligatoren, Schildkröten und Fische leben, Aussichtsplattform nahe dem Parkplatz. Key-Hirsche stehen oft in den frühen Morgen- und Abendstunden am Straßenrand: nicht füttern, nicht anfassen, ruhig bleiben – Füttern und Belästigen sind im Refuge streng verboten.
- Southernmost Point Buoy und Mallory Square: Der Sonnenuntergang am Mallory Square ist ein tägliches Fest mit Straßenkünstlern am späten Nachmittag, der Buoy am Südende der Whitehead Street ist am frühen Vormittag am ruhigsten. Zu Fuß oder mit dem Rad, nicht mit dem Wohnmobil.
- Fort Zachary Taylor Historic State Park: Bürgerkriegs-Fort mit dem beliebtesten Stadtstrand von Key West, 6 US-Dollar pro Fahrzeug, geöffnet von 8 Uhr bis Sonnenuntergang (das Fort selbst bis 17 Uhr). Von Key West fahren Fähre und Wasserflugzeuge zum Dry Tortugas National Park; die Überfahrt dauert mit der Fähre etwa zweieinviertel Stunden pro Richtung, Tageszeiten, Preise und Campen auf Garden Key vorher beim Betreiber und bei recreation.gov prüfen.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: In Key West selbst gibt es nur wenige und teure Plätze, alle privat: Leo’s Campground (unter einer Meile vom Zentrum), Boyd’s Key West Campground (rund zwei Meilen, etwa 150 Plätze mit Vollanschluss, Pool, Bootsrampe), Geiger Key Marina & RV Park (rund zehn Meilen, eng, für kleinere Fahrzeuge), Bluewater Key RV Resort (etwa zwölf Meilen, Mindestlänge 24 Fuß) und Lazy Lakes RV Park (rund 14 Meilen). Die Preise liegen in der Hochsaison meist weit über 100 US-Dollar pro Nacht; Reservierung lange im Voraus. Viele Camper bleiben in Bahia Honda oder auf den Lower Keys und besuchen Key West als Tagesausflug. Sigsbee RV Park auf dem Marinestützpunkt steht nur aktiven Militärangehörigen und Ruheständlern des Militärs offen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): In Key West ist Übernachten im Fahrzeug auf Straßen und Parkplätzen verboten und wird kontrolliert; auch die meisten öffentlichen Parkplätze nehmen keine Wohnmobile oder Anhänger an. Abschleppen und Bußgelder sind teuer.
- Insider-Tipp für Camper
- Mit großem Fahrzeug lieber gar nicht in die Altstadt: auf dem Campingplatz stehen lassen und mit Fahrrad oder dem App-basierten Rufbus „Key West Rides“ in die Stadt fahren (er hat Anfang 2026 den kostenlosen Duval Loop ersetzt, Fahrpreise und Gebiet vorher prüfen). Bei Fragen zu Stellplätzen für Wohnmobile hilft die Parkverwaltung von Key West (+1 305 809 3861). Die Dry-Tortugas-Fähre legt früh am Morgen ab (Check-in laut älteren Angaben gegen 7 Uhr am Grinnell Street), ein Parkplatz kostete zuletzt rund 32 US-Dollar pro Tag; das Parkhaus am Old Town hat nur 7 Fuß 2 Zoll Durchfahrtshöhe. Volltanken in Marathon oder Big Pine Key, bevor es in die Stadt geht.
Camping-Praxis & Länder-Knigge
Wildcamping & Freistehen
- In den Keys ist Freistehen verboten: Die Gemeinden der Keys untersagen das Übernachten im Fahrzeug auf Straßen, Parkplätzen, Brückenparkbuchten und Stränden, in Key West ist es ausdrücklich verboten; die Kontrollen sind streng, Bußgeld und Abschleppen drohen. Die Einzelheiten (Monroe County, Key West, Marathon, Islamorada) vorher bei der jeweiligen Gemeinde prüfen. Hinzu kommt ein Landesgesetz von 2024 (HB 1365), das Gemeinden verbietet, regelmäßiges Schlafen und Campen auf öffentlichem Grund zu dulden; es richtet sich vor allem gegen Obdachlosen-Camps und macht für Reisende keine neuen Freistehplätze auf. Planen Sie nur feste Plätze.
- Auf dem Festland sind Autobahn-Rastplätze zum Ausruhen, nicht zum Campen gedacht; Supermarkt-Parkplätze gehören den jeweiligen Filialen, dort vorher um Erlaubnis fragen; in den Keys kommt das nicht in Frage.
- Staatsparks und Nationalpark: Übernachten nur auf den ausgewiesenen Stellplätzen. Everglades-Backcountry (Chickees, Ground Sites) braucht ein Wildnispermit der Parkverwaltung; Plätze im Nationalpark (Flamingo, Long Pine Key) sind saisonal: Long Pine Key schließt im Sommer komplett, Flamingo bietet dann nur wenige Plätze nach dem Prinzip first come, first served; Status vorher auf nps.gov prüfen.
- Zeitfenster der State Parks: Plätze lassen sich elf Monate (Einwohner Floridas) bzw. zehn Monate (alle anderen) im Voraus buchen; maximal 14 Nächte pro Reservierung, 3 Nächte Pause zwischen zwei Buchungen im selben Park, höchstens 56 Nächte in sechs Monaten. Stornierung: 17,75 US-Dollar Gebühr plus nicht erstattbare Reservierungsgebühr von 6,70 US-Dollar, bei Absage binnen 24 Stunden zusätzlich die erste Nacht. Am Buchungstag zählt jede Minute – vorher anmelden und Zahlungsdaten hinterlegen.
- Hurrikan-Saison: Sie läuft vom 1. Juni bis 30. November, der Höhepunkt liegt um den 10. September, die Hauptgefahr besteht von August bis Oktober. Die Keys haben nur eine Straße aufs Festland (US-1, rund 180 Kilometer bis Florida City), deshalb beginnt die Evakuierung früh: Besucher werden zuerst aufgefordert zu gehen, danach die Einwohner; bei Hurrikan Irma 2017 wurde die Besucher-Evakuierung vier Tage vor dem Landfall (10. September) am 6. September angeordnet, die Inseln wurden erst am 1. Oktober wieder für Besucher geöffnet. Wohnmobile, Wohnwagen und Campingmobile müssen bei Anordnungen meist als Erste die Keys verlassen (Beispiel Tropensturm Laura 2020: bis Sonntagmittag). Die Notunterkünfte des Countys sind nur für Hurrikane bis Kategorie 2 gedacht; wer ein Wohnmobil hat, darf sich nicht auf Shelter verlassen. Regel: Bei Warnung der Wetterdienste nicht abwarten, sondern früh vollgetankt aufs Festland fahren. Stornobedingungen bei Sturm und Evakuierung vorher beim Betreiber der Plätze klären.
Entsorgung & Versorgung
- Wasser: Das Trinkwasser der Keys kommt per Pipeline vom Festland (Florida Keys Aqueduct Authority) und ist trinkbar. Frischwasser gibt es an den Stellplätzen der State Parks; Tanks vor der Abfahrt in Florida City füllen.
- Entsorgung: Dump Stations gibt es in Pennekamp, Curry Hammock und auf Buttonwood in Bahia Honda sowie auf privaten Plätzen. Grauwasser nie auf den Boden oder ins Wasser ablassen: Die Umweltauflagen der Keys sind streng, und das Meeresschutzgebiet verbietet Einleiten von Abwasser.
- Strom und Klima: Bei 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit braucht Kühlung und Klimaanlage fast immer Landstrom. Plätze mit 30/50 A sind das Minimum; Adapter und ein langes Kabel mitnehmen. Generatorregeln der Parks vorher prüfen.
- Kraftstoff: Tankstellen finden sich in Key Largo, Islamorada, Marathon, Big Pine Key und Key West; die Preise liegen über dem Festland, deshalb in Florida City voll tanken. Propan in Key Largo, Marathon und Key West an Tankstellen und Fachhändlern; Fahrzeug- und Flaschenstandard vorher prüfen, Mietmobile haben meist fest verbaute Tanks.
- Einkaufen: Supermärkte in Key Largo, Islamorada, Marathon und Key West; auf den Lower Keys gibt es nur kleine Läden. Kühlbox und Eis für Strandtage einplanen.
- Notfall: 911. Auf dem Wasser läuft der Notruf über UKW-Kanal 16; Mobilfunkabdeckung auf Brücken und in den Parks nicht voraussetzen.
- Kosten im Überblick: Ein State-Park-Platz kostet etwa 36 US-Dollar plus Steuern, 7 US-Dollar Utility und 6,70 US-Dollar Reservierung, also grob 50 US-Dollar pro Nacht; private Plätze liegen in der Hochsaison oft über 100 US-Dollar. Wer flexibel ist, plant die Nächte in den State Parks und nutzt private Plätze nur als Lückenfüller, zum Beispiel für Key West.
- Fluten im Herbst: Im September und Oktober treten Springtiden („King Tides“) auf; der Long Key State Park wies für den 26. September 2026 auf zeitweise Überflutung hin, und Bahia Honda war zuletzt mit einer Küstenflutwarnung verzeichnet. Tief liegende Zufahrten und Stellplätze am Wasser können stundenweise unter Wasser stehen – Gezeitenkalender und Parkhinweise prüfen, Fahrzeug nicht auf überflutbaren Flächen abstellen.
Fahrzeugmaße & Verkehrsregeln
- Tempolimits: Overseas Highway meist 55 mph (88 km/h), in Ortschaften 45 mph (72 km/h), auf Big Pine Key (MM 29 bis 33) tagsüber 45 mph und nachts 30 bis 35 mph; in Key West zum Teil noch niedriger. Eigene Limits für Wohnmobile gibt es nicht, die Beschilderung gilt; die Kontrollen sind streng.
- Maut: Florida’s Turnpike (HEFT) und Card Sound Road sind bargeldlos. Akzeptiert werden SunPass, E-ZPass und weitere kompatible Transponder; ohne Transponder wird das Kennzeichen fotografiert und per Toll-by-Plate mit 2,50 US-Dollar Gebühr pro Rechnung belastet. Card Sound Road (zweiachsig): SunPass 2,13 US-Dollar, Kennzeichen 3,18 US-Dollar; ab 1. Oktober 2026 2,18 bzw. 3,28 US-Dollar; jede weitere Achse kostet extra. Der Overseas Highway selbst ist mautfrei. Beim Mietmobil den Vermieter nach dem Mautpaket fragen.
- Parkgebühren und Eintritt: Everglades 35 US-Dollar pro Fahrzeug (sieben Tage), ab 16 Jahren ohne US-Wohnsitz zusätzlich 100 US-Dollar pro Person, außer mit Jahrespass (zahlen nur per Karte); Florida State Parks Tagesgebühr meist 4,50 bis 8 US-Dollar pro Fahrzeug plus 0,50 US-Dollar pro Person; Fort Zachary Taylor 6 US-Dollar. Alle Beträge Stand vorher prüfen.
- Meeresschutzgebiet (Florida Keys National Marine Sanctuary): Korallen nicht berühren, nie auf Riffen ankern, nicht füttern, kein Einleiten von Abwasser. Gelbe Bojen mit 30 Zoll Durchmesser markieren Sperrzonen (Sanctuary Preservation Areas, Ecological Reserves), in denen Fischen und Sammeln ganzjährig verboten ist. Delfine aus mindestens 150 Fuß (45 m) beobachten, nicht füttern und nicht hinterherschwimmen. Manatis (Seekühe) nicht anfassen oder füttern und Abstand halten; in Schutzzonen gelten Geschwindigkeitsbeschränkungen für Boote.
- Tauchflaggen: Wer taucht oder schnorchelt, führt eine Tauchflagge mit (Flagge am Boot 20 x 24 Zoll, an der Boje 12 x 12 Zoll); Boote müssen 100 Fuß (30 m) in Kanälen, sonst 300 Fuß (90 m) Abstand halten. Schnorchler schwimmen mit Boje und Flagge und bleiben in Flaggennähe.
- Hummer: Die zweitägige „Mini-Season“ fällt auf den letzten Mittwoch und Donnerstag im Juli (2026: 29. und 30. Juli), die reguläre Saison läuft 2026/27 vom 6. August bis 31. März. In Monroe County höchstens sechs Hummer pro Person und Tag, der Rückenpanzer muss länger als drei Zoll sein; Salzwasser-Angellizenz nötig, Fallen nicht berühren. In den Sperrzonen und in den Nationalparks (Everglades, Dry Tortugas) gelten eigene Verbote – vorher beim Park klären.
- Meeresschildkröten: Nistzeit am Atlantik vom 1. März bis 31. Oktober, am Golf vom 1. Mai bis 31. Oktober. Nachts keine Lichter oder Taschenlampen am Strand, Löcher zuschütten, Liegen wegräumen, Nester und Tiere nie berühren. Wer ein verletztes oder verirrtes Tier findet, ruft die Hotline der FWC.
- Key-Hirsche und Wildtiere: Füttern, Anfassen und Belästigen von Key-Hirschen und Alligatoren sind im Refuge verboten; Hunde an die Leine. Halten Sie in der Dämmerung auf Big Pine Key die Geschwindigkeit niedrig.
- Mücken und Insekten: Die Mücken-Saison dauert im Grunde das ganze Jahr, die Regenzeit von Mai bis Oktober ist am schlimmsten. Laut dem Keys Mosquito Project macht die invasive Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) nur etwa 4 Prozent der Mücken aus, überträgt aber praktisch alle Krankheiten; für 2026 meldete Florida bis Anfang August drei lokal erworbene Dengue-Fälle (Palm Beach, Miami-Dade, Hillsborough). Repellent mit DEET oder Picaridin, lange Kleidung in der Dämmerung, stehendes Wasser rund ums Fahrzeug vermeiden. Sandfliegen („No-see-ums“) treten an windstillen Abenden am Strand und im Mangrovengebiet auf; spezielle No-see-um-Netze helfen.
- Hunde und Alkohol: In den State Parks dürfen Hunde (maximal vier pro Stellplatz) nicht an Strände, in Spielplatzbereiche oder Gebäude; Alkohol ist nur auf dem eigenen Stellplatz erlaubt. Sonnencreme: Key Wests Verbot bestimmter chemischer Filter (2019) wurde 2021 durch ein Landesgesetz gekippt, empfohlen bleiben mineralische Produkte.
CampingSpirit Pack- & Vorbereitungs-Checkliste
- Maut-Transponder (SunPass oder E-ZPass) oder geklärte Kennzeichen-Abrechnung für den Turnpike; auf der Card Sound Road gelten SunPass und kompatible Transponder oder Toll-by-Plate, Bargeld wird nicht akzeptiert – eine Kreditkarte für Everglades und Mautrechnungen einplanen.
- Feinmaschige Moskitonetze für Fenster und Tür gegen „No-see-ums“, winzige Sandfliegen, die normale Netze durchdringen, dazu Repellent mit DEET oder Picaridin für die Dämmerung und die Regenzeit.
- Schnorchelausrüstung, Wasserschuhe und eine Tauchflaggen-Boje (mind. 30 x 30 cm) für Pennekamp, Bahia Honda und flache Buchten mit Korallenstücken und Seeigeln.
- Mineralische Sonnencreme und UV-Shirt: schützt Haut und Korallen, und an den Stränden gibt es kaum Schatten.
- Stromadapter 30 A/50 A und ein langes Kabel für die State-Park-Anschlüsse und die Klimaanlage.
- Hurrikan- und Wetter-App mit Warnungen des National Hurricane Center und der Monroe County Emergency Management sowie ein Notfallplan für die Abfahrt aufs Festland (Tank stets über halb voll halten).
Stand: 2026-09. Sperrungen, Gebühren und Buchungsregeln ändern sich: Prüfe vor der Abfahrt die offiziellen Quellen.