Reiseführer · CampingSpirit
Von Konstanz mit der Fähre nach Meersburg, über Lindau und Bregenz in den Bregenzerwald, über den Hochtannbergpass nach Lech und über die Grenze zurück ins Allgäu bis Oberstdorf: rund 375 Kilometer durch drei Länder, bei denen Sie fast nie eine Vignette brauchen – wenn Sie die richtigen Straßen wählen.
Der Spirit der Route
Der Bodensee ist an einem frühen Morgen ein Spiegel, in dem sich Säntis und Pfänder gleichzeitig sehen lassen, und Sie schauen aus der Schiebetür auf Segelmasten, Nebelreste und das andere Ufer, das schon zur Schweiz oder zu Österreich gehört. Wenige Stunden später stehen Sie im Bregenzerwald zwischen Holzschindelhäusern, Kuhglocken und Wiesen, die so steil sind, dass Heu noch von Hand gewendet wird. Der Duft von Bergkäse hängt in der Luft, im Käsekeller reifen die Laibe, am Hochtannbergpass liegt im Frühsommer noch Schnee neben der Straße. Hinter Lech wechseln die Berge Farbe und Sprache: Walser Dialekte, grüne Allgäuer Grasberge, das Nebelhorn über Oberstdorf. Diese Route verlangt keine Heldentaten, aber Aufmerksamkeit an den Grenzen, bei Fähre und Tunnelhöhen und beim Sortieren der Gesetze von drei Ländern. Dafür liegen Seeluft, Alpenkäse und Passhöhe an einem Tag nah beieinander.
Detaillierter Etappenplan (Tag für Tag)
1Etappe 1: Konstanz nach Lindau (über die Fähre nach Meersburg) (ca. 80 km)
- Die Strecke
- Von Konstanz zur Fähre Konstanz-Staad–Meersburg, die Fähre verkehrt ganzjährig; die Überfahrt dauert rund eine Viertelstunde, der Fahrpreis richtet sich nach Fahrzeuglänge (Fahrplan und aktuellen Tarif beim Betreiber, den Stadtwerken Konstanz, prüfen). Von Meersburg weiter über die B31 am Nordufer, durch Obstplantagen bei Immenstaad und Friedrichshafen und auf der B31 nach Lindau. Landstraße, viel Verkehr in der Hauptsaison, gut 2 Stunden Fahrzeit ohne Stopps.
- Highlights & Must-Sees
- Konstanz: Altstadt mit dem Münster, der Hafen mit der Imperia-Statue und das Dreiländereck zu Kreuzlingen (Schweiz) – es genügt ein kurzer Spaziergang, dann ist man in der Schweiz.
- Insel Mainau (nördlich von Konstanz, auf dem Weg): Blumeninsel mit Schmetterlingshaus, Eintritt kostenpflichtig; Parkmöglichkeiten für Wohnmobile vorab klären.
- Meersburg: mittelalterliche Oberstadt mit Burg Meersburg, Unterstadt am See, Weinberge oberhalb; steile Gassen nicht mit dem Camper befahren.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
-
Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: In Lindau-Zech am Ostufer des Sees: Park-Camping Lindau mit Strom, Sanitär und Ver- und Entsorgung, dazu der Wohnmobilstellplatz Therme Lindau und der Hartplatz Zech als schlichte Stellplatzalternative. Weiter westlich, Richtung Nonnenhorn und Wasserburg, liegen Campingplatz Eschbach und Campingplatz Schnell am Seeufer. In Konstanz selbst steht der Wohnmobilstellplatz Döbele nahe der Innenstadt zur Verfügung, ebenso der Naturcampingplatz Litzelstetten-Mainau und der Campingplatz Bruderhofer auf dem Bodanrück nördlich von Konstanz. Im Juli und August frühzeitig buchen; Öffnungszeiten und Wohnmobilkontingente vorher prüfen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Rund um den Bodensee gilt für Wohnmobile in Deutschland: Übernachten zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit für eine Nacht ist toleriert, Campen (Stühle, Markise, Grill) ist es nicht. Viele Uferparkplätze, Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete tragen Nachtparkverbote, Konstanz und Lindau kontrollieren; auf der Lindauer Insel ist Übernachten im Fahrzeug nicht vorgesehen.
- Insider-Tipp für Camper
- Wer die Fähre nicht möchte, fährt von Konstanz stattdessen um den Überlinger See über Überlingen – das kostet gut eine Stunde mehr. Alternativ die Schweizer Seite über Kreuzlingen, Romanshorn und Rorschach nehmen: Auf der Landstraße ist dort keine Vignette nötig, nur auf Autobahnen und Autostraßen. Für die Grenze an Kreuzlingen und St. Margrethen genügt der Personalausweis, Deutschland kontrolliert aber stichprobenartig; Zoll und Mitnahmegrenzen für Lebensmittel (Fleisch, Milchprodukte) beachten.
2Etappe 2: Lindau nach Bregenz (mit Pfänder) (ca. 35 km)
- Die Strecke
- Von Lindau über die B31 zum Grenzübergang bei Hörbranz und auf der Bundesstraße B190 nach Bregenz; Sie fahren nicht auf der A14 und brauchen deshalb keine Vignette. Dann Bergstraße zum Pfänder oder per Pfänderbahn. Kurzer Tag, damit Zeit für die Stadt bleibt; Fahrzeit etwa 45 Minuten ohne Stopps.
- Highlights & Must-Sees
- Lindau: Hafeneinfahrt mit Löwe und Leuchtturm, Altstadtinsel mit Maximilianstraße und Altes Rathaus – zu Fuß über die Seebrücke.
- Bregenz: Seebühne der Festspiele, Seepromenade, Vorarlberg Museum und der Gebhardsberg mit Blick über den See.
- Pfänderbahn auf gut 1.000 m: Panorama auf den Bodensee, das Rheintal und Säntis, dazu der Wildpark.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
-
Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Am Seeufer bei Hörbranz und Lochau, wenige Kilometer vor Bregenz, liegen mehrere Plätze: Camping Mexiko, Seecamping Bregenz und Camping Weiß. Ausstattung und Saison vorab erfragen; im Sommer und in den Festspielwochen vorher buchen. Für ein Stadt-Wochenende ohne Seeplatz: Stellplätze in Lindau (siehe Etappe 1) und der Zug.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Vorarlberg überlässt das Wildcampen weitgehend den Gemeinden, und die meisten Bodenseegemeinden verbieten es. Auf dem Pfänder und auf den Parkplätzen am See ist Übernachten im Fahrzeug nicht vorgesehen. Bregenz kontrolliert die Uferplätze, im Schutzgebiet Rheindelta drohen hohe Strafen.
- Insider-Tipp für Camper
- Vorarlberg hat im Rheintal die Autobahn A14 mit abschnittsweisen Tempolimits, die Vignette ist dort Pflicht. Sparen Sie sich die Vignette, indem Sie auf der B190 bleiben – die Strecke ist unkompliziert.
3Etappe 3: Bregenz nach Bezau (Bregenzerwald) (ca. 40 km)
- Die Strecke
- Von Bregenz auf der B200 (Bregenzerwaldstraße) ins Tal der Bregenzerach: zunächst mit Tunnels und Galerien, dann über Egg, Andelsbuch und Schwarzenberg nach Bezau. Breite, gut ausgebaute Landesstraße mit einigen Engstellen im Ort, rund 1 Stunde Fahrzeit. Auf der Strecke liegen Tunnels und Galerien; Höhen- und Breitenangaben vorab beim Land Vorarlberg prüfen und die Beschilderung beachten.
- Highlights & Must-Sees
- Egg: Dorfkern mit Holzhäusern, die für den Bregenzerwald typischen Schindelfassaden.
- Andelsbuch: das Werkraum Haus von Peter Zumthor, Schaufenster der Handwerkstradition der Region.
- Bezau: Wälderbähnle (Museumsbahn bis Schwarzenberg, Betriebstage vorher prüfen), Käsekeller in der Umgebung.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
-
Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Campingplatz Bezau am Ortsrand: Strom, Sanitär, V/E, ruhige Lage mit Berg- und Wiesenblick und gute Ausgangslage für die Tagesetappe nach Lech. Alternative mit Hofcharakter: Campingplatz beim Schettereggerhof zwischen Egg und Hittisau, kleiner Platz mit Strom und Entsorgung. Beide Plätze sind in der Hochsaison schnell voll.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Im Bregenzerwald können die Gemeinden das Freistehen selbst regeln, und die meisten verbieten es. Im Landschaftsschutz und rund um die Wiesen gilt das Befahrverbot für Privatflächen. Einzelne Bauernhöfe bieten Stellplätze an, Anfrage vor Ort oder über Campercontact.
- Insider-Tipp für Camper
- Bregenzerwälder Käsestraße: die Sennereien verkaufen ab Hof, Kartenzahlung ist nicht überall möglich. Der Bregenzerwald ist auf Wohnmobile eingestellt, aber nicht jeder Dorfplatz ist für lange Fahrzeuge befahrbar – dann auf Parkplätzen am Ortsrand parken.
4Etappe 4: Bezau nach Lech am Arlberg und zurück nach Bezau (ca. 100 km)
- Die Strecke
- Auf der B200 über Au und Schoppernau nach Schröcken und über den Hochtannbergpass (rund 1.680 m) nach Warth, weiter auf der Landesstraße durchs obere Lechtal nach Lech. Auf beiden Seiten des Passes gibt es Steigungen und Gefälle, dazu kurze Galerien; Abblendlicht einschalten. Vom Pass aus öffnet sich das Panorama, bergab niedrige Gänge nutzen. Fahrverbote oder Längenlimits für Wohnmobile konnten wir nicht bestätigen: Beschilderung beachten. Am Nachmittag Rückfahrt zum selben Platz, rund 2,5 Stunden reine Fahrzeit für Hin- und Rückweg.
- Highlights & Must-Sees
- Hochtannbergpass: Parkbuchten an der Passhöhe, Blick auf Widderstein und Biberkopf; dazu der Körbersee oberhalb von Schröcken als leichte Wanderung.
- Lech: Lechpromenade und die Dorfkirche, der Ort liegt am Beginn des Lechwegs (Fernwanderweg).
- Zürs und der Flexenpass als Panoramastraße hinter Lech: Lawinengalerien und Aussicht auf die Berge um Zürs.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
-
Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Zweite Nacht auf demselben Platz in Bezau – so vermeiden Sie das Umpacken. Wer von der anderen Seite, vom Rheintal über Bludenz, nach Lech anfahren möchte: Alpencamping Klösterle und Arlberg Camping liegen bei Klösterle an der Arlberg-Zufahrt. Wohnmobilplätze in Lech konnten wir nicht bestätigen; vorher bei der Gemeinde oder dem Tourismusbüro anfragen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Lech, Zürs und die Passstraße sind Schutzgebiet und Wintersportort: Übernachten im Fahrzeug auf Parkplätzen ist nicht vorgesehen, Parkgebühren im Ort können hoch sein. Tagsüber lässt sich der Camper auf den Parkplätzen am Ortseingang abstellen. Im Winter kann die Passstraße lawinenbedingt zeitweise gesperrt sein; aktuelle Lage vorher beim Land Vorarlberg prüfen.
- Insider-Tipp für Camper
- Die Strecke ist mautfrei, Sie benötigen weder die Vignette noch die Arlbergtunnel-Maut. Wer über das Rheintal und den Arlbergpass nach Lech fährt, passiert den Arlbergtunnel: Der Arlberg-Straßentunnel ist eine Streckenmaut (zusätzlich zur Vignette) – als Alternative bietet sich die alte Passstraße über den Arlbergpass an, die im Winter gesperrt sein kann; Beschränkungen vorher prüfen. Bei winterlichen Verhältnissen ist Winterausrüstung vorgeschrieben.
5Etappe 5: Bezau nach Bolsterlang (über Hittisau und Balderschwang) (ca. 55 km)
- Die Strecke
- Zurück auf der B200 bis Egg, dann über Hittisau, die Bregenzerwälder Käsestraße, ins grenznahe Hochtal und über die Grenze nach Balderschwang; weiter über den Riedbergpass (rund 1.400 m, höchster Straßenpass Deutschlands, bis zu 16 % Steigung) nach Obermaiselstein und Bolsterlang. Schmale, kurvige Straße, im Winter oft gesperrt oder nur mit Ketten befahrbar. Etwa 1,5 Stunden. Fahrverbote oder Längenlimits für Wohnmobile und Gespanne konnten wir nicht bestätigen; aktuelle Beschilderung und Hinweise des Landratsamts Oberallgäu vorab prüfen.
- Highlights & Must-Sees
- Hittisau: Frauenmuseum Hittisau, das Dorf liegt malerisch zwischen den Wiesen des Bregenzerwalds.
- Balderschwang: Deutschlands höchstgelegene Gemeinde, bekannt für Skigebiet, Käse und Allgäuer Schnaps.
- Riedbergpass: Aussichtspunkt am Riedberger Horn, Wandermöglichkeiten über die Alpweiden.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
-
Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Wohnmobilstellplatz Hörnerbahn in Bolsterlang (etwa 12 Plätze, Strom, Ver- und Entsorgung, an der Talstation der Hörnerbahn); in Ofterschwang außerdem der Wohnmobilstellplatz am Weltcup-Express. Saison und Reservierungspflicht vor der Reise prüfen. Als Alternative der Schwabenhof Wohnmobilstellplatz im Raum Riedbergpass.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Im Allgäu (Bayern) ist Übernachten im Fahrzeug nur zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit und für eine Nacht toleriert; Campingverhalten ist verboten, in Naturschutzgebieten am Riedberger Horn drohen Bußgelder. Kontrollen sind in der Hochsaison möglich.
- Insider-Tipp für Camper
- Tanken und Einkaufen besser im Tal, in Balderschwang ist das Angebot klein. Die Grenze zwischen Österreich und Deutschland ist im Schengen-Raum offen, Deutschland kontrolliert aber vorübergehend an seinen Landgrenzen, auch zu Österreich; eine Verlängerung über September 2026 hinaus (bis März 2027) wurde gemeldet, Stand vor der Reise prüfen – Ausweis oder Reisepass einstecken.
6Etappe 6: Bolsterlang nach Oberstdorf (ca. 25 km)
- Die Strecke
- Von Bolsterlang über Fischen nach Oberstdorf auf der gut ausgebauten Bundesstraße B19, die Strecke liegt im Illertal; keine besonderen Engstellen, 30 Minuten Fahrzeit. In Oberstdorf Parkplätze und Stellplätze am Ortsrand ansteuern: Die Innenstadt ist weitgehend autofrei.
- Highlights & Must-Sees
- Breitachklamm bei Tiefenbach: tiefste Felsenklamm Mitteleuropas, Eintritt kostenpflichtig, im Winter nur eingeschränkt zugänglich.
- Nebelhornbahn: von Oberstdorf auf rund 2.200 m, ein Panorama über die Allgäuer Hochalpen.
- Freibergsee und die Heini-Klopfer-Skiflugschanze: Seeufer und Spazierwege vor Alpenkulisse.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
-
Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Camping Oberstdorf im Süden des Orts (Strom, Sanitär, V/E; Öffnungszeiten vorab prüfen); Wohnmobilstellplatz Oberstdorf mit guter Anbindung ins Zentrum; Rieder Wiesen und der Wohnmobilstellplatz Fischen sind weitere Plätze. Rubi-Camp ist eine kleinere Alternative. In den Ferien und an Wochenenden sehr voll, Reservierung ratsam.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): In Oberstdorf ist Übernachten außerhalb der ausgewiesenen Plätze nicht erlaubt. Die Gemeinde kontrolliert, auf Wanderparkplätzen wird abgeschleppt. Auch im Stillachtal, an den Parkplätzen Richtung Spielmannsau, ist Campen nicht vorgesehen.
- Insider-Tipp für Camper
- Für Oberstdorf das Auto stehen lassen: Die Ortsbusse fahren häufig; ob Gästekarte oder Ortsbus-Vorteile gelten, beim Platz erfragen. Entsorgung (Grauwasser, Toilette) bitte nur an der Station.
7Etappe 7: Oberstdorf nach Kleinwalsertal und zurück nach Oberstdorf (ca. 40 km)
- Die Strecke
- Von Oberstdorf über Tiefenbach und die Breitach nach Riezlern, Hirschegg und Mittelberg im Kleinwalsertal und zurück. Das Tal gehört zu Österreich, ist aber nur über Deutschland erreichbar und liegt im österreichischen Zollausschluss: Sie fahren auf einer deutschen Straße in ein österreichisches Tal, ohne Vignette. Gut ausgebaute Talstraße, kurze Engstellen in den Ortskernen. Etwa 1,5 Stunden mit Pausen.
- Highlights & Must-Sees
- Kleinwalsertal: Walserkultur, Hirschegg und Mittelberg als Bergdörfer vor dem Widderstein.
- Fellhornbahn von Oberstdorf oder Kanzelwandbahn aus Riezlern, Blick auf Allgäuer und Lechtaler Alpen.
- Heuberg- und Walmendingerhorn-Bahn bei Riezlern: einfache Rundwege, Kühe auf der Weide.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
-
Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Im Kleinwalsertal liegen kleine Campingplätze, etwa Camping Zwerwald und Camping Jochum; alternativ übernachten Sie wieder in Oberstdorf. Auch Alpencamping Haller liegt im Tal. Vorherige Reservierung empfehlen; Saison und Ausstattung vor der Reise prüfen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Im Kleinwalsertal ist Wildcampen und Übernachten auf Parkplätzen nicht vorgesehen; das Tal ist größtenteils Schutzgebiet, Kontrollen sind möglich.
- Insider-Tipp für Camper
- Im Kleinwalsertal gilt der Euro, Handytarife können abweichen (Roaming prüfen). Die Zufahrt von Oberstdorf aus ist die einzige Straße, bei Stau im Sommer lieber früh starten; Parkplätze an den Bahnen können gebührenpflichtig sein. Bei der Rückfahrt tanken Sie in Oberstdorf oder Sonthofen.
Camping-Praxis & Länder-Knigge
Wildcamping & Freistehen
- Deutschland: Übernachten im Wohnmobil zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit ist für eine Nacht toleriert, wo Parken erlaubt ist. Verboten ist Campingverhalten (Stühle, Tisch, Markise, Grill) und das Übernachten in Naturschutz- und Landschaftsschutzgebieten, an Uferzonen und auf gesperrten Parkplätzen. Bußgelder sind je nach Land und Gemeinde unterschiedlich; in Schutzgebieten können sie deutlich höher ausfallen.
- Österreich (Vorarlberg): Das Campieren außerhalb von Campingplätzen regeln Landesgesetze und Gemeinden; viele Gemeinden verbieten es, Schutzgebiete sind besonders streng (hohe Strafen möglich). Fragen Sie die Gemeinde oder nutzen Sie ausgewiesene Stellplätze und Hofplätze.
- Schweiz: Wildcampen ist Kantonssache; in Thurgau und St. Gallen ist Campen außerhalb von Campingplätzen nicht vorgesehen, Parken ist erlaubt, wo es nicht verboten ist. Bußen und Gebühren sind je nach Kanton verschieden.
- Hilfreiche Apps: park4night, Campercontact, Stellplatzführer-Apps wie Pincamp; Plätze vor der Reise telefonisch bestätigen.
Entsorgung & Versorgung
- Deutschland und Österreich haben ein dichtes Netz an Stellplätzen mit Ver- und Entsorgung; oft Münz- oder Karteneinwurf. Grauwasser und Toilette nur an der Station leeren.
- Trinkwasser: Leitungswasser ist in allen drei Ländern in der Regel trinkbar; an Brunnen auf „Trinkwasser“ achten.
- Gas: Deutsche Tauschflaschen (Propan, grau und blau) werden in Österreich und Deutschland teils angenommen, Anschlüsse variieren. Tankflaschen und LPG: Autogas ist in Deutschland und Österreich verfügbar, in der Schweiz selten. Mit zwei vollen Flaschen anreisen und Adapter mitführen.
- Strom: CEE-Stecker und Adapter einplanen, Verlängerungskabel 25 m.
Fahrzeugmaße & Verkehrsregeln
- Deutschland: Tempolimits für Wohnmobile bis 3,5 t außerorts 100 km/h, Autobahn Richtgeschwindigkeit 130 km/h; über 3,5 t gelten niedrigere Limits (vorab beim ADAC prüfen). Gespanne dürfen in der Regel 80 km/h fahren, mit Tempo-100-Zulassung 100 km/h. Keine Autobahnmaut für Pkw und Wohnmobile (die Lkw-Maut gilt für Güterfahrzeuge), Umweltzonen sind auf dieser Route nicht bekannt, vorab prüfen.
- Österreich: Wohnmobile bis 3,5 t zahlen die Vignette für Autobahnen und Schnellstraßen: die Vignette 2026 kostet 12,80 € (10 Tage), 32 € (2 Monate) und 106,80 € (Jahr) für Pkw und Wohnmobile bis 3,5 t; ab dem Vignettenjahr 2027 gibt es nur noch die digitale Vignette. Online gekaufte digitale Jahres- und 2-Monats-Vignetten gelten frühestens 18 Tage nach dem Kauf, die 10-Tages-Vignette kann mit sofortigem Beginn gekauft werden; nur beim offiziellen Shop (ASFINAG) oder bei Verkaufsstellen kaufen. Über 3,5 t gilt die GO-Maut. Auf dieser Route sind Bundes- und Landesstraßen (B190, B200) frei; nur die A14 im Rheintal und die Arlberg-Schnellstraße S16 mit Tunnel verlangen Vignette bzw. Streckenmaut. Tempo: Autobahn 130, Freiland 100, Ortsgebiet 50 km/h; Fahrzeuge über 3,5 t und Gespanne fahren langsamer (ÖAMTC prüfen). Vom 1. November bis 15. April gilt die situative Winterausrüstungspflicht: Bei winterlichen Fahrverhältnissen ist entsprechende Bereifung vorgeschrieben.
- Schweiz: Wer die Autobahnen nutzt, braucht die Autobahnvignette (40 CHF, Jahresvignette 2026 unverändert, auch als E-Vignette, für Fahrzeuge bis 3,5 t); darüber LSVA/PSVA (Pauschale für Wohnmobile). Auf Landstraßen entfällt die Vignette. Maße: Höhe 4,00 m, Breite 2,55 m, Länge Wohnmobil 12 m, Gespann 18,75 m. Tempo: Autobahn 120, Landstraße 80, Ortsgebiet 50 km/h; mit Anhänger Autobahn 80 km/h. Tagsüber Licht an ist Pflicht.
- Grenzen: Deutschland, Österreich und die Schweiz gehören zum Schengen-Raum; dennoch kontrolliert Deutschland vorübergehend an seinen Landgrenzen, auch zu Österreich und der Schweiz (Verlängerung bis März 2027 gemeldet, Stand prüfen). Führen Sie Pass oder Personalausweis, Fahrzeugschein und Haustier-Papiere mit. Das Kleinwalsertal liegt im österreichischen Zollausschluss (Euro, Zollverfahren beachten).
- Alkohol 0,5 Promille in allen drei Ländern; Handy am Steuer ohne Freisprecheinrichtung verboten. Warnweste Pflicht in Deutschland und Österreich, Warndreieck Pflicht; Heckträger mit überstehender Ladung benötigt eine Warntafel.
CampingSpirit Pack- & Vorbereitungs-Checkliste
- Auffahrkeile – Hof- und Wiesenstellplätze im Bregenzerwald sind selten eben.
- Zahlungsbeleg der digitalen Österreich-Vignette (Kennzeichen prüfen) als Screenshot – nur nötig, wenn Sie doch auf die A14 ausweichen.
- Etwas Bargeld in Euro für Hofläden und Sennereien im Bregenzerwald.
- Warme Schichten und Regenjacke – am Hochtannbergpass und im Allgäu fällt auch im Sommer das Thermometer unter 10 °C.
- Schneeketten und Handschuhe für Frühjahr und Herbst: Riedbergpass und Hochtannberg können früh oder spät im Jahr verschneit sein.
- Fernglas für Segelboote, Gämsen und Murmeltiere an den Wanderparkplätzen.
Stand: 2026-09. Sperrungen, Gebühren und Buchungsregeln ändern sich: Prüfe vor der Abfahrt die offiziellen Quellen.