Reiseführer · CampingSpirit
Von Campbell River entlang der Johnstone Strait bis nach Port Hardy und über Schotter bis zur Küste von Cape Scott: ein Revier, in dem Straße und Zivilisation aufhören und Wald und Meer beginnen.
Der Spirit der Route
Nördlich von Campbell River wird die Insel leiser. Der Highway 19 verengt sich, die Siedlungen werden kleiner, und rechts und links schließt sich der Küstenregenwald aus Douglasie, Hemlocktanne und Zeder. In Telegraph Cove stehen die Holzhäuser auf Stelzen über dem Wasser, vor der Küste ziehen Orcas durch die Johnstone Strait, und morgens liegt Nebel zwischen den Inseln. Weiter nördlich, in Port Hardy, endet der Asphalt praktisch; Schotterstraßen führen nach Holberg und weiter an die Nordwestküste. Dort liegt der Cape Scott Provincial Park mit seinem Küstenregenwald und den langen Stränden von San Josef Bay. Die Straßen werden von Holzlastern befahren, Mobilfunk gibt es kaum, Bären sind keine Seltenheit. Aus der Schiebetür sieht man abends Nebelbänke und manchmal Robben im Wasser. Die Route verlangt Respekt und Reserven an Zeit, Wasser und Treibstoff, gibt dafür aber ein Gefühl von Abgeschiedenheit, das auf Vancouver Island selten geworden ist.
Detaillierter Etappenplan (Tag für Tag)
1Etappe 1: Campbell River nach Woss und Nimpkish Valley (ca. 120 km)
- Die Strecke
- Von Campbell River folgt der Island Highway 19 nach Norden: breit, in gutem Zustand, Tempo meist 90–110 km/h, dann zunehmend schmaler. Zwischen Sayward und Woss führt die Straße durch Wald und Täler, mit Holzlastern und gelegentlichem Wild am Straßenrand. Reine Fahrzeit etwa 1,5–2 Stunden; Tankstellen in Campbell River und Sayward nutzen, danach werden sie spärlich.
- Highlights & Must-Sees
- Elk Falls Provincial Park: kurze Wege zu Wasserfall und Hängebrücke über die Schlucht des Campbell River, nahe der Stadt gelegen.
- Discovery Pier in Campbell River: Holzsteg mit Blick auf Schiffe und Seehunde, ein kurzer Spaziergang.
- Nimpkish Lake: lang gestreckter See am Highway mit Rastmöglichkeit und Blick auf Berge, guter Zwischenstopp.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Elk Falls Provincial Park (nahe Campbell River): Waldplatz mit Wasser und Sanitäranlagen, keine Anschlüsse; Reservierung über das BC-Parks-Portal, Längenlimit vorher prüfen. Als Alternative eignet sich der Loveland Bay Provincial Park im Hinterland, auf Forststraße zu erreichen und deshalb vorab prüfen. Für größere Wohnmobile ist die Verfügbarkeit knapp, im Sommer früh buchen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Auf Vancouver Island gibt es Recreation Sites (einfache Forstplätze) entlang der Forststraßen; Zufahrten sind oft Schotter und mit Holzlastern befahren. Für Ausländer gelten Beschränkungen beim Crown-Land-Camping, vor Ort klären.
- Insider-Tipp für Camper
- In Campbell River Wasser, Diesel und Lebensmittel für die gesamte Strecke bunkern; nördlich davon gibt es nur wenige Tankstellen. Holzlaster haben Vorfahrt auf Forststraßen; Licht einschalten und Funkkanal beachten.
2Etappe 2: Woss und Nimpkish Valley nach Telegraph Cove (ca. 85 km)
- Die Strecke
- Der Highway 19 führt weiter nach Norden, dann zweigt eine Stichstraße zum Küstendorf Telegraph Cove ab (rund 15–20 km). Sie ist asphaltiert, aber schmal und kurvig, im letzten Abschnitt mit Gefälle. Die Zufahrt für große Wohnmobile ist nicht überall komfortabel, das Dorf selbst hat nur begrenzten Parkraum. Mit Stopps ein halber Tag.
- Highlights & Must-Sees
- Telegraph Cove: historisches Holzhausdorf auf Stelzen, kleiner Hafen, Informationsstellen zu Walen und Küste. Das Dorf ist privat betrieben, Parken ist begrenzt.
- Orca- und Bärenbeobachtung: von Telegraph Cove aus fahren lizenzierte Anbieter in die Johnstone Strait, wo Orcas vor allem im Sommer vorkommen. Buchung im Voraus empfohlen.
- Whale Interpretive Centre in Telegraph Cove: kleines Museum mit Walskeletten und Informationen. Öffnungszeiten vorher prüfen.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: In Telegraph Cove selbst sind die Plätze privat betrieben; öffentliche Alternativen sind rar. Eine Möglichkeit ist der Schoen Lake Provincial Park im Hinterland (an der Strecke südlich von Woss, nicht bei Telegraph Cove): einfacher Campground an einem See, Zufahrt über rund 12 km Schotterstraße ab dem Highway 19, laut BC Parks vom 1. November bis 31. März geschlossen; Fahrzeug- und Längenlimit vorher prüfen. Im Notfall weicht man auf Plätze in Port McNeill aus. Reservierung vorab, besonders im Sommer.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Freistehen in Telegraph Cove und in den Ortschaften ist nicht erlaubt. Auf Crown Land gibt es Recreation Sites; Regeln für Ausländer klären, Feuerverbote beachten.
- Insider-Tipp für Camper
- Wer Orcas sehen will, bucht eine Tour und plant den Vormittag; die Strecke zur Küste und zurück dauert mit Stopps gut zwei Stunden. Die Straße nach Telegraph Cove ist eng; Ausweichstellen nutzen und große Fahrzeuge lieber auf der Hauptstraße lassen, wenn der Platz fehlt.
3Etappe 3: Telegraph Cove nach Port Hardy (ca. 70 km)
- Die Strecke
- Zurück auf den Highway 19 und weiter nach Norden über Port McNeill nach Port Hardy. Zweispurig, weniger Verkehr, Tempo 90 km/h, später 50–70 km/h in den Ortschaften. Der Wald wird dichter, die Küste ist nur gelegentlich zu sehen. Reine Fahrzeit knapp eine Stunde. Port McNeill und Port Hardy haben Tankstellen, Supermärkte und Dump Stations.
- Highlights & Must-Sees
- Port McNeill: Fischerhafen mit Fähre nach Alert Bay und Sointula, Spaziergang am Wasser, kleine Läden. Fahrplan der Fähre vorher prüfen.
- Quatse River Hatchery bei Port Hardy: Lachsbrutanlage mit Besucherzentrum, im Herbst laichen Lachse im Fluss.
- Port Hardy Seawall: Spazierweg am Hafen mit Aussicht auf die Inside Passage, gut für die Abendstimmung.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Quatse River Campground in Port Hardy (nahe der Hatchery): einfacher Platz; Betreiber, Ausstattung, Anschlüsse, Öffnungszeiten und Längenlimit vorab prüfen. Im Sommer früh ausgebucht, Reservierung empfohlen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): In und um Port Hardy ist Übernachten auf öffentlichen Parkplätzen und am Hafen nicht erlaubt. Crown-Land-Plätze im Hinterland sind möglich; Regeln vor Ort klären.
- Insider-Tipp für Camper
- In Port Hardy tanken, einkaufen und Wasser füllen, bevor es nach Westen geht. Wer weiter in den Norden will, kann hier auch die Fähre nach Prince Rupert nehmen (Inside Passage, rund 15 bis 18 Stunden, nur saisonal und mit Reservierung; Fahrplan bei BC Ferries prüfen). Dies ist die Verbindung zur Route Haida Gwaii.
4Etappe 4: Port Hardy nach San Josef Bay und Cape Scott (ca. 65 km)
- Die Strecke
- Von Port Hardy führt die Holberg Road und danach Schotter nach Westen, gut 60 Kilometer (laut BC Parks 64 km ab Port Hardy) bis zum Parkplatz von San Josef Bay und Cape Scott. Teile sind asphaltiert, andere sind Schotterpiste mit Schlaglöchern, Waschbrett und Holzlastern; Tempo meist 30–60 km/h. Reine Fahrzeit etwa 1,5–2 Stunden. Mobilfunk gibt es nicht, im Ernstfall hilft nur Ihr Notfallplan. Die Strecke ist für gut vorbereitete Camper machbar, für unerfahrene Fahrer mit großen Wohnmobilen eher nicht.
- Highlights & Must-Sees
- San Josef Bay: Kurzer Wanderweg von rund 2,5 km durch Regenwald zu einem langen Sandstrand mit Felsen und Höhlen; hin und zurück etwa 1,5 Stunden.
- Cape Scott Provincial Park: Ein langer Wanderweg führt zu Nels Bight und bis zum Leuchtturm am Kap; die Tour ist eine mehrtägige Wanderung. Für Backcountry-Camping ist eine Permit-Registrierung bei BC Parks nötig, Regeln vorab prüfen.
- Holberg: Ort am Ende der Straße mit Pub und kleinen Läden; Öffnungszeiten vorher prüfen.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Im Cape Scott Provincial Park ist nur Backcountry-Camping möglich (Permit-Registrierung bei BC Parks); Stellplätze für Wohnmobile am Parkplatz sind nicht gesichert, Alternativen sind Recreation Sites an der Zufahrt. Die Zufahrt zu den Parkplätzen führt über Schotterstraßen, deshalb vorher Zustand und Zugänglichkeit prüfen. Im Notfall auf Plätze in Port Hardy ausweichen.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Auf Crown Land entlang der Holberg Road gibt es Recreation Sites, die meist einfache Plätze bieten. Regeln für Ausländer und Feuerverbote beachten.
- Insider-Tipp für Camper
- Mit vollem Tank, Reserverad und Wasser starten; Schotterstraßen sind eng und werden von Holzlastern befahren, die Vorfahrt haben. Kein Mobilfunk, daher Zeitplan und Rückkehrzeit bei jemandem hinterlassen. Bären sind häufig: Lebensmittel sicher verstauen.
5Etappe 5: San Josef Bay nach Port Hardy (ca. 65 km)
- Die Strecke
- Rückfahrt über Schotter und Holberg Road nach Port Hardy, reine Fahrzeit etwa 1,5–2 Stunden. Im Abendlicht ist die Strecke eindrucksvoll, aber Wild und Holzlaster erfordern Aufmerksamkeit. In Port Hardy kann die Route enden oder in die Fähre nach Prince Rupert übergehen.
- Highlights & Must-Sees
- Quatse River Hatchery: bei der Rückkehr noch einmal Lachse und Besucherzentrum, wenn Zeit bleibt.
- Fort Rupert: kleiner Ort an der Küste mit Totempfählen, ein kurzer Zwischenstopp.
- Hafen von Port Hardy: Abendstimmung, Fischkutter und Boote.
- CampingSpirit Übernachtungstipp
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Offizieller Camping-/Wohnmobilstellplatz: Quatse River Campground in Port Hardy für die letzte Nacht, Reservierung empfohlen. Alternativ private Plätze im Ort.
Freisteh- / Natur-Tipp (sofern legal): Im Ortsgebiet nicht erlaubt; außerhalb Recreation Sites auf Crown Land, Regeln beachten.
- Insider-Tipp für Camper
- In Port Hardy Wassertank füllen, Abwasser entleeren und Müll entsorgen. Wer die Fähre nach Prince Rupert nimmt, sollte früh buchen und die Abfahrtszeit vorher bestätigen.
Camping-Praxis & Länder-Knigge
Wildcamping & Freistehen
- In British Columbia ist Camping auf Crown Land für Kanadier meist bis zu 14 Tage an einem Ort möglich. Für Besucher aus dem Ausland gelten besondere Regeln, die bei Recreation Sites and Trails BC zu klären sind. In Provincial Parks, auf Parkplätzen, an Stränden und Häfen ist Übernachten außerhalb ausgewiesener Plätze nicht erlaubt.
- Recreation Sites (Forstplätze, oft kostenlos) sind eine Alternative; die Zufahrt führt meist über Holzabfuhrstraßen mit Schotter. Zustand der Straßen, Feuerverbote und Holzlaster-Verkehr beachten.
- Wildtiere: Schwarzbären sind verbreitet, Wölfe und Pumas selten; Lebensmittel und Müll nachts sicher verwahren, Bärenspray mitführen und Abstand halten.
- Orcas und Wale: Boote halten Abstand zu den Tieren; nur mit lizenzierten Anbietern fahren. Vom Ufer aus ist Beobachtung ohne Auflagen möglich.
- Nützliche Apps: iOverlander, Campendium, Park4Night, das BC-Parks-Portal und DriveBC für Straßenzustand und Feuerlage.
Entsorgung & Versorgung
- Dump Stations gibt es in Campbell River, Port McNeill und Port Hardy bei RV-Parks und Gemeindeplätzen; häufig gegen Gebühr. Eine Übersicht liefert sanidumps.com.
- Trinkwasser: Leitungswasser in Kanada ist trinkbar; in abgelegenen Gebieten und in Cape Scott Wasser filtern oder abkochen, Kanister mitnehmen.
- Grauwasser und Chemietoilette nur an Dump Stations entleeren, nie im Wald oder Gewässer.
- Propan gibt es in Campbell River und Port Hardy; europäische Gasflaschen sind nicht kompatibel, Mietmobile haben fest verbaute Tanks.
- Treibstoff: Tankstellen in Campbell River, Sayward, Woss und Port McNeill sowie Port Hardy; auf der Westseite keine. Immer vor der Schotterstrecke volltanken.
- Einkaufen: größere Supermärkte in Campbell River, Port McNeill und Port Hardy; kleine Läden in Holberg und Telegraph Cove.
Fahrzeugmaße & Verkehrsregeln
- Tempolimits in km/h: Highway 19 meist 90–110, in Ortschaften 50, auf Schotterstraßen 30–60 oder niedriger je nach Zustand und Beschilderung.
- Maut gibt es auf Vancouver Island nicht; Fähren sind kostenpflichtig (Port McNeill nach Alert Bay, Port Hardy nach Prince Rupert), Reservierung bei BC Ferries.
- Maße: Legale Höhe in Kanada meist 4,15 m, Breite 2,6 m; Holzlaster haben auf Forststraßen Vorfahrt.
- Reservierung: BC Parks bis zu vier Monate im Voraus; im Cape Scott Provincial Park gilt für Backcountry-Camping eine Permit-Registrierung bei BC Parks, Regeln vorher prüfen.
- Wetter und Saison: Küstenregenwald, häufig Regen und Nebel; beste Zeit für Wale Juni bis Oktober; Winter mit Sturm und Schnee im Hinterland möglich.
- Verkehrsrecht: Rechtsabbiegen bei Rot nach Halt erlaubt, außer bei Verbotsschild; Handy am Steuer nur freihändig; Gurt- und Kindersitzpflicht gelten auch im Wohnmobil. Deutscher Führerschein genügt für Touristen.
- Notfall: 911; Mobilfunk fehlt auf weiten Strecken, Notfallplan und Offline-Karte sind unverzichtbar.
CampingSpirit Pack- & Vorbereitungs-Checkliste
- Reserverad, Wagenheber und Reifenreparaturset – auf Schotterstraßen sind Reifenschäden häufig, Hilfe ist weit entfernt.
- Bärenspray und sichere Aufbewahrungsboxen – für Lebensmittel und Müll in Bärengebiet.
- Gummistiefel und Regenjacke – Küstenregenwald ist feucht, der Weg nach San Josef Bay ist teils schlammig.
- Offline-Karte und Papierkarte – auf Schotterstraßen und in Cape Scott gibt es keinen Mobilfunk.
- Fernglas für Orcas, Seeadler und Bären sowie Gezeitentabelle für Strandwanderungen.
- Wasserkanister und Filter – für abgelegene Plätze ohne Trinkwasser.
Stand: 2026-09. Sperrungen, Gebühren und Buchungsregeln ändern sich: Prüfe vor der Abfahrt die offiziellen Quellen.